Spielbericht
BVB-Tischtennisspieler verabschieden sich mit Sieg in die Winterpause
Für den in seinem zweiten Tageseinzel unerwartet unterlegenen Anders Lind schlüpfte ausgerechnet der Ungar Adam Szudi bei Borussias erstem Sieg gegen die Unterfranken in die Rolle des Matchwinners. Der nominell am tiefsten notierte BVB-Profi (Weltranglistenplatz 426) sorgte nach Linds Sieg in seinem ersten Match zunächst im dritten Einzel für das erhoffte Break, das Kristian Karlsson im Auftakteinzel verpasst hatte und machte vor allem im Abschlussdoppel mit Ex-Doppelweltmeister Karlsson Dortmunds zweiten Sieg nacheinander perfekt.
„Diesen Sieg haben wir uns als Mannschaft verdient“, meinte Dortmunds Trainer Evgeny Fadeev nach dem fast vierstündigen „Krimi“ vor der Rückreise: „Auch wenn wir zuvor weitere Chancen hatten, freut mich besonders, dass wir den Sieg im Doppel perfekt gemacht haben – und zwar durch zwei Spieler, die wir nach den Doppel-Problemen im vorherigen Spiel gezielt dafür geholt haben.“
Karlsson lobte unterdessen den Teamspirit: „Das war ein Sieg der gesamten Mannschaft und ist unfassbar wichtig für uns“, verdeutlichte der 34-Jährige am Dyn-Mikrofon den Stellenwert des dritten BVB-Auswärtserfolgs in der laufenden Saison und fügte spürbar emotional hinzu: „Ich bin sehr stolz auf unser Team.“
Lind fand drei Tage nach Dortmunds 3:1 gegen den TTC OE Bad Homburg vor rund 700 Zuschauern in der Halle des Play-off-Halbfinalisten der vergangenen beiden Jahre schlichtweg nicht zu seinem Spiel. Nachdem Karlssons Erfolgsserie von drei Siegen im Eröffnungseinzel gegen den früheren EM-Dritten Bastian Steger trotz eines Matchballes und „einer Super-Leistung“ (Fadeev) durch ein 2:3 gerissen war, kämpfte sich Dortmunds dänische Nummer eins gegen Österreichs Altmeister Daniel Habesohn ungeachtet eines zweimaligen Satzrückstands in fünf Durchgängen noch zu seinem achten Saisonerfolg im achten Match. Allerdings stand Lind im späteren Spitzeneinzel gegen Steger trotz Szudis vorheriger Vorlage zur 2:1-Gästeführung unerwartet auf verlorenem Posten und blieb gegen den Ex-Nationalspieler gänzlich ohne Satzgewinn.
„Leider hat Anders am Ende eines für ihn sehr langen Jahres nach einem Fehler im ersten Satz die Kontrolle über das Spiel und seine Konzentration verloren“, machte Fadeev dem 27-Jährigen keine Vorwürfe.
Unter Druck sprang Szudi, der im Vergleich zum Mittwochspiel für Cedric Nuytinck in die Mannschaft gerückt war, gleich zweimal in die Bresche und übernahm Verantwortung. Zunächst düpierte der 29-Jährige im dritten Einzel den Kroaten in vier Sätzen, ehe der Rechtshänder nach seinem dritten Sieg in seinen vergangenen fünf Matches auch im Doppel mit Linkshänder Karlsson gegen Habesohn/Zeljko „im Nervenspiel“ (Karlsson) entscheidenden Anteil am ausschlaggebenden Fünfsatz-Erfolg hatte. „Adam hat einfach nur klasse gespielt“, zollte Fadeev dem BVB-Rückkehrer ein Sonderlob.
„Das war ein starkes Stück Arbeit“, kommentierte Borussias Tischtennis-Abteilungsleiterin Ursula Reitemeyer den „verdienten Sieg durch eine großartige Mannschaftsleistung“.
Mit seinen fünf Siegen in der ausgeklungenen Hinrunde hat der BVB, der zuletzt vor zehn Monaten zwei Punktspiele nacheinander gewonnen hatte, wie erhofft eine bessere Bilanz im ersten Saisonabschnitt als in der vergangenen Spielzeit erzielt. „Wir wollten vor der Saison Kontakt nach oben und haben jetzt Kontakt nach oben. Wir sind auf Kurs“, resümierte Fadeev. Im zurückliegenden Premierenjahr im Oberhaus hatte Dortmund in der Hinrunde vier von elf Begegnungen für sich entscheiden können.
Die zweite Saisonhälfte beginnt für Fadeevs Team am 12. Januar (Montag, 19 Uhr, live bei Dyn). Zum Rückrundenauftakt empfangen die Borussen in der Brügmann-Halle den hochfavorisierten Titelkandidaten und Champions-League-Sieger 1. FC Saarbrücken-TT.
Tischtennis, Bundesliga, 11. Spieltag:
TSV Bad Königshofen - BV Borussia 09 Dortmund 2:3
Bastian Steger (WR: -) – Kristian Karlsson (WR: 38) 3:2 (11:13, 11:9, 11:4, 10:12, 13:11)
Daniel Habesohn (WR: 102) – Anders Lind (WR: 16) 2:3 (11:7, 6:11, 11:7, 5:11, 8:11)
Filip Zeljko (WR: 200) – Adam Szudi (WR: 426) 1:3 (5:11, 11:6, 10:12, 4:11)
Steger – Lind 3:0 (15:13, 11:8, 11:5)
Habesohn/Zeljko – Karlsson/Szudi 2:3 (9:11, 5:11, 11:9, 11:8, 5:11)