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Spielbericht

BVB dreht nach der Pause auf und siegt 3:0 in Lissabon

Borussia Dortmund hat sich eine hervorragende Ausgangsposition für das Rückspiel am Mittwoch kommender Woche verschafft: Im Play-off-Hinspiel für das Achtelfinale der UEFA Champions League bejubelte der BVB nach brillanter zweiter Hälfte einen 3:0 (0:0)-Sieg bei Sporting C.P..

Aus Lissabon berichtet Boris Rupert

41.543 Fans im nicht ganz gefüllten Estádio José Alvalade sahen 45 Minuten lang eine Partie auf überschaubarem Niveau. Beide Mannschaften waren auf Sicherheit bedacht, Borussia noch mehr als Sporting. Doch Schwarzgelb drehte nach dem Seitenwechsel auf und siegte durch Treffer von Guirassy (60.), Groß (68.) und Adeyemi (82.) auch in der Höhe verdient mit 3:0.

Ausgangslage:  
Während der BVB als Tabellenzehnter die direkte Qualifikation für das Achtelfinale nur um einen Punkt verpasst hatte, sicherte sich Sporting als Dreiundzwanzigster das vorletzte Ticket für die Ausscheidungsspiele. Und das, obwohl Portugals Meister und Tabellenführer mit zehn Punkten aus vier Spielen gestartet war, darunter ein 4:1 gegen Manchester City. Auf Sporting traf Schwarzgelb zuvor zweimal in der Gruppenphase, gewann die ersten drei Begegnungen, verlor aber zuletzt, in der Saison 2021/22, mit 1:3 in Lissabon.

Personalien: 
Bis auf Bensebaini (Muskelverhärtung) und Nmecha (Knieverletzung) waren alle Profis einsatzbereit. Trainer Kovac änderte seine Startelf im Vergleich zum 1:2 gegen Stuttgart auf zwei Positionen: Neuzugang Svensson ersetzte Bensebaini und Schlotterbeck (war in der Liga gesperrt) spielte für Anton.

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Taktik: 
Im Dortmunder 4-2-3-1 rückte Svensson im Ballbesitz ins zentrale Mittelfeld an die Seite von Sabitzer, während sich Groß dann im linken Halbraum aufhielt, Brandt im rechten, und die Flügelspieler Adeyemi/Gittens auf einer Linie mit Guirassy auf Anspiele warteten. So wurde aus einer 4-2-3-1- eine 3-2-2-3-Formation. Auch bei Sporting war die Grundordnung ein 4-2-3-1, gegen den Ball wurde daraus ein 4-2-2-2.

Spielverlauf & Analyse:
Viele Ballverluste oder Probleme bei der Ballan- und -mitnahme waren kennzeichnend für das schwarzgelbe Offensivspiel in der ersten Halbzeit einer Partie auf überschaubarem Niveau, denn auch Sporting unterliefen viele leichte Fehler.

Dennoch kamen die Portugiesen mehrfach gefährlich vors Tor. Zunächst klärte Schlotterbeck aufmerksam vor Harder, der für den angeschlagenen Top-Stürmer Gyökeres ins Team gekommen war (9.), dann hatte Araujo viel zu viel Platz, zog aus 20 Metern ab und donnerte die Kugel an den Querbalken (15.). Auch in der Folge gab es immer wieder mal Probleme bei der Zuordnung im eigenen Strafraum. So rettete Ryerson nach einer halben Stunde vor dem einschussbereiten Harder, fünf Minuten später kam der Däne aus der Distanz zum Abschluss. Kobel bekam im letzten Moment den Arm an den scharfen Schuss.

Nur zweimal kam Schwarzgelb im ersten Durchgang gefährlich nach vorn: Zunächst zog Gittens nach einer Einzelaktion aus der Distanz ab, verfehlte das rechte untere Eck jedoch um einen halben Meter (38.). In der Nachspielzeit sprang Guirassy nach einer Ryerson-Ecke der Ball am Fünfer vor den Fuß, doch er spitzelte ihn am Kasten vorbei. Gezählt hätte ein Treffer allerdings nicht: Abseits.


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In den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs kam Schwarzgelb zu mehr gefährlichen Szenen als in der gesamten ersten Hälfte. Dortmund presste höher, presste vor allem geschlossener, agierte insgesamt mutiger und entschlossener. Ball um Ball flog in den Lissaboner Strafraum, einer davon kam in dieser Phase von Sabitzer aus dem linken Halbfeld, Guirassy legte mit der Brust ab für Ademeyi, der aus elf Metern sofort abzog, doch Rui Silva war rechtzeitig unten – eine starke Parade des Keepers (55.).

Fünf Minuten später sah Schlotterbeck Brandt, der von der rechten Seite hoch in den Fünfmetteraum flankte, über Rui Silva hinweg, am langen Eck köpfte Guirassy die Hereingabe gegen die Laufrichtung des Keepers ins rechte Eck. Der – verdiente – Führungstreffer gab der Mannschaft noch mehr Selbstvertrauen. Guirassy flankte von der rechten Seite mit viel Präzision vors Tor, wo Groß die Kugel mit dem Knie über die Linie drückte (68.).

Zehn Minuten vor dem Ende servierte Groß Guirassy die Chance zum 0:3, doch der BVB-Stürmer bekam aus zwölf Metern nicht genug Druck auf den Ball. Aber der dritte Treffer fiel kurz darauf. Schlotterbeck gewann am eigenen Strafraum den Ball und leitete den Konter ein. Adeyemi spielte tief in Sportings Hälfte den mitgelaufenen Brandt an und brachte sich vor dem Tor selbst in Position. Brandt passte von rechts flach herein in den Fünfmeterraum, Adeyemi schoss die Kugel im Fallen links oben in den Giebel (82.).

Ausblick: 
Die Entscheidung über den Einzug ins Achtelfinale fällt in einer Woche, am 19. Februar (Mittwoch, 18:45 Uhr), im Rückspiel im SIGNAL IDUNA PARK. In der Bundesliga tritt der BVB am Samstag (15:30 Uhr) beim VfL Bochum an.

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Teams & Tore

UEFA Champions League, Knockout-Phase, Play-off-Hinspiel
Dienstag, 11. Februar 2025, 21:00 Uhr MEZ
SPORTING C.P. – BORUSSIA DORTMUND 0:3 (0:0)

Sporting Lissabon: Silva – Fresneda (73. Quaresma), St. Juste, Diomande, Reis (62. Braganca) – Simoes (62. Morita), Debast (73. Biel) – Quenda, Trincao, Araujo – Harder (59. Gyökeres)
Bor. Dortmund: Kobel – Ryerson, Can, Schlotterbeck, Svensson (90.+3 Süle) – Sabitzer, Groß (90.+3 Özcan) – Adeyemi (86. Duranville), Brandt (86. Chukwuemeka), Gittens (65. Beier) – Guirassy
Bank: Callai, Israel, Inacio, Esgaio, Brito, Moreira, Anjos – Meyer, Lotka, Anton, Reyna, Couto
Tore:
0:1 Guirassy (60., Brandt), 0:2 Groß (68., Guirassy), 0:3 Adeyemi (82., Brandt)
Eckstöße: 4:7 (Halbzeit 2:3), Chancenverhältnis: 3:7 (2:1)
Schiedsrichter: Eskas (Norwegen), Gelbe Karten: Trincao – Guirassy
Zuschauer: 41.543, Wetter: bedeckt, 13 Grad

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