Interview
Alina Grijseels über ihre Rückkehr: „Der BVB ist wie ein Zuhause“
Alina, Du wirst ab der kommenden Saison nach zwei Jahren im Ausland wieder für Borussia Dortmund auflaufen. Wie hat sich der Moment angefühlt, in dem Du den Vertrag unterschrieben hast?
„Besonders! Mit vielen positiven Emotionen, weil ich natürlich lange hier war und weiß, in was für eine Umgebung ich komme. Ich habe nur Vorfreude auf das, was ab Sommer dann kommt.“
Fühlt sich das für Dich überhaupt wie ein Vereinswechsel an oder mehr wie ein Nachhausekommen?
„Schon wie ein Nachhausekommen, definitiv. Ich habe hier so viele tolle Menschen in diesem Umfeld kennengelernt, so viele Freunde gefunden in der Stadt. Ich habe natürlich auch in der Umgebung meine Familie. Grundsätzlich ist der Verein, das habe ich auch vorher immer schon gesagt, wie ein Zuhause und genau so fühlt sich das jetzt auch wieder an.“
Du hast zunächst für Metz gespielt und mit den Französinnen das Double aus Meisterschaft und Pokal geholt. Ihr habt es auch bis ins Champions-League-Final4 geschafft. Aktuell stehst Du beim rumänischen Verein CSM Bukarest unter Vertrag. Was hast Du bis hierhin aus dem Ausland an Erfahrungen mitgenommen?
„Extrem viel Unterschiedliches. Natürlich sind die Kulturen, sowohl Frankreich als auch Rumänien, unterschiedlich und auch anders im Vergleich zu Deutschland. Es sind zwei hochprofessionelle Vereine mit vielen internationalen Top-Spielerinnen. Deswegen habe ich sowohl handballerisch viel mitgenommen und mich weiterentwickeln können, als auch persönlich. Vielleicht auch dadurch, mal nicht so leichte Zeiten zu gehen, daraus Dinge für sich mitzunehmen. Vielleicht habe ich dadurch auch mehr Sensibilität für die Ausländerinnen hier, weil man einfach weiß, wie es sich anfühlt, im Ausland zu spielen. Rundum will ich die Erfahrung auf keinen Fall missen, aber ich weiß eben auch, dass es hier auch sehr schön sein kann. Und genau deswegen habe ich die Entscheidung so getroffen.“
Mit CSM Bukarest steht Ihr aktuell in der Liga auf Platz eins, im Pokal seid Ihr noch im Rennen, in der Champions League seid Ihr auch noch im Rennen. Wie viele Titel bringst Du im Sommer mit nach Dortmund?
„Ich hoffe alle. Klar, wir haben noch alle Möglichkeiten. Wir stehen in der Liga sehr gut da, haben auch einen gewissen Vorsprung, spielen aber auch noch schwierige Spiele. In der Champions League spielen wir jetzt in den Play-offs das Derby gegen den anderen Bukarest-Verein. Das hat immer eine gewisse Extrabrisanz – dann sieht man, wie weit es geht. Aber am liebsten bringe ich natürlich alle drei Titel mit.“
Wie intensiv hast Du den BVB in den letzten zwei Jahren verfolgt und wie hat sich das Team aus Deiner Sicht nicht nur personell, sondern auch spielerisch weiterentwickelt?
„Erstmal habe ich, glaube ich, alle Spiele gesehen, die ich irgendwie sehen konnte. Bei den Spielen, bei denen ich nicht zeitgleich gespielt habe, war ich auf jeden Fall am Livestream dabei. Ich habe natürlich auch noch viel Kontakt zu allen, mit denen ich hier schonmal zusammengespielt habe. Ich finde, dass gerade in dieser Saison ein großer Schritt gemacht wurde – vom Auftreten her, von der Abwehrarbeit, mit dem Gegenstoß, von der Stabilität her – um vielleicht auch große Vereine ärgern zu können. Ich glaube, in der European League hatte man natürlich eine extrem harte Gruppe, aber auch da hat man gezeigt, dass man dazugehört. Das sind dann am Ende Kleinigkeiten, die vielleicht gefehlt haben. Jetzt bin ich gespannt, wie die Bundesliga-Play-offs laufen, weil das ja auch nochmal ein neues System ist. Aber ich glaube, dass mit der Mannschaft sehr, sehr viel möglich ist.“
Ist die Spielerin, die im Sommer nach Dortmund zurückkehren wird, die gleiche, die vor zwei Jahren gegangen ist?
„Das kann man, glaube ich, nie so sagen, weil man sich mit dem Alter entwickelt. Ich bin immer noch dieselbe Alina, die ich vor zwei Jahren war – mit derselben Leidenschaft für den Verein, für die Mannschaft, für die Spielerinnen. Und trotzdem verändert sich ein Stück weit die Erfahrung und wie man die Dinge sieht.“
Auf was freust Du Dich bei Deiner Rückkehr nach Dortmund am meisten?
„Auf das heimische Gefühl, auf den Zusammenhalt im Verein, auf den Umgang miteinander und auf das ganze Projekt. Ich möchte die Titelsammlung nicht mit den Auslandsjahren beenden, sondern mit dem BVB weiter daran arbeiten.“