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Spielbericht

U19 nach großem Kampf gegen den FC Bayern ausgeschieden

Borussia Dortmunds U19 hat den Sprung ins Halbfinale der DFB-Nachwuchsliga verpasst. Die Dortmunder unterlagen im Viertelfinale beim FC Bayern mit 2:4 (1:3). Bereits nach einer knappen halben Stunde hatte der BVB mit 0:3 zurückgelegen. Die Anschlusstreffer von Inacio (31.) und Cherny (48.) reichten nicht mehr. Trotz einer Roten Karte für die Bayern in der 68. Minute und immer wieder anrennender Dortmunder, kamen die Münchner in der 82. durch Karl zur Entscheidung.

Der BVB bewies im Topspiel beachtliche Moral. Die Mannschaft steckte einen frühen 0:3-Rückstand weg, kämpfte sich mit zwei Treffern zurück, hatte die Möglichkeit zum Ausgleich und musste in der Schlussphase nach einem Konter das entscheidende 2:4 hinnehmen. Mit dieser Partie endete auch Mike Tullbergs Engagement bei der U19. Der Däne übernimmt zur neuen Saison die U23.

„Herausragende individuelle Qualität“ hatte Mike Tullberg dem FC Bayern im Vorfeld bescheinigt. Und die Ausnahme-Klasse der Münchner Talente bekamen die Borussen von Beginn an zu spüren, zumal Tullberg in der durch die Ausfälle von Jonas Feddersen und Luca Reggiani ohnehin personell dezimierten Abwehr zunächst auch noch auf den angeschlagenen Tyler Meiser verzichten musste. Der 15-jährige Jan-Luca Riedl ersetzte den U18-Nationalspieler und verteidigte auf der linken Seite. 

Die Bayern nutzten die Probleme des unsortierten Dortmunder Defensivbereichs zu einem Blitzstart und einer frühen 3:0-Führung. Den Anfang machte Felipe Chavez, der einen schnellen Konter nach Ballverlust des BVB im Mittelfeld mit einem satten Linksschuss zum 1:0 abschloss (10.). Lennart Karl, der bereits einige Male in den Profi-Kader berufen worden war, bedankte sich in der 18. Minute für die ihm von der BVB-Abwehr gewährten Freiheiten mit Treffer Nummer zwei. Robin Lisewski war, wie auch beim dritten, von einem individuellen Fehler begünstigten Gegentor durch Felipe Chavez machtlos (30.).

Samuele Inacio vergab Chance zum 3:3-Ausgleich

Doch die so gebeutelten Borussen kämpften sich mit beachtlicher Widerstandskraft zurück. Nach ersten Halbchancen und einer kniffligen, vom Unparteiischen nicht geahndeten Strafraumsituation gegen Samuele Inacio (16.), erkämpfte sich Ousmane Diallo im Gegenpressing den Ball, und Inacio vollendete die starke Aktion mit dem Anschlusstreffer (31.).

Mike Tullberg hatte in der Halbzeitpause offenbar die richtigen Worte gefunden und dazu Tyler Meiser für Nico Adamczyk eingewechselt. Der BVB spielte mutiger, selbstbewusster, deutlich aktiver und aggressiver, war in der Abwehr besser geordnet und blies zur Aufholjagd. Nick Cherny veredelte ein sehenswertes Solo von Mathis Albert mit dem Treffer zum 2:3 (48.). Tim Degener verzog den Ball aus 18 Metern um Zentimeter (58.), und Albert köpfte nach einem einer Flanke des für William Rashidi gekommenen Valon Cena knapp am linken Pfosten vorbei (64.).

Nach der Gelb-Roten Karte für Jonah Kusi-Asare wegen einer angeblichen Schwalbe (76.) setzten die Schwarzgelben – nun mit Stürmer Pharell Kegni für Mittelfeldspieler Tim Degener – alles auf eine Karte. Samuele Inacio vergab die Riesenchance zum Ausgleich (81.) und in dieser Dortmunder Drangperiode konterten die Bayern eiskalt. Top-Talent Lennart Karl schnappte sich den Ball im Mittelfeld, die Borussen ließen ihn gewähren und zum vorentscheidenden 4:2 einschießen. 

Der Widerstand der jüngsten Mannschaft in der U19-Nachwuchsliga war damit gebrochen, aber die Jungs haben sich erhobenen Hauptes aus der Endrunde verabschiedet.

Mike Tullberg: „Das war von den beiden jüngsten U19-Mannschaften in Deutschland offensiv ein Juniorenspiel auf höchstem Niveau. Wir haben heute mit zwei U16- und zwei U17-Spielern angefangen, aber gerade Luca Riedl, Mussa Kaba, Samuele Inacio und Mathis Albert haben das herausragend gemacht. Ich bin stolz, dass wir nach einer unglücklich verlaufenen Anfangsphase und dummen Gegentoren weiter Gas gegeben und mutig gespielt haben. Nach der Gelb-Roten Karte war ich mir sicher, dass wir das Spiel noch drehen würden. Aber Bayern hat in der Offensive eine brutale Qualität. Sie schießen vier Tore außerhalb des Strafraums, wir haben hundertprozentige Chancen im Fünf-Meter-Raum und treffen den Ball nicht oder schießen den Torwart an. In solch einem Spiel musst du diese Dinger machen. Das war der große Unterschied zwischen beiden Mannschaften. Ich habe den Jungs trotzdem zu einer tollen Saison gratuliert. Wir haben die jüngste Mannschaft in Deutschland gestellt, uns in den letzten Wochen noch einmal gesteigert und sind sehr weit gekommen.“

U19: Lisewski – Rashidi (64. Cena), Benkara, Adamczyk (46. Meiser), Riedl – Kaba, Degener (69. Kegni) – Cherny, Diallo, Albert, Inacio
(wiwi)

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