Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek schauen in die Kamera.

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Lesung mit Gamze Kubaşık, Semiya Şimşek und Christine Werner im BORUSSEUM

Am 4. April 2006 wurde Mehmet Kubaşık, ein Dortmunder Kioskbesitzer, in seinem Laden von Mitgliedern des NSU ermordet. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Borussia verbindet im BORUSSEUM“ findet am 25. September 2025 um 19:09 Uhr (Einlass 18:30 Uhr) eine Lesung und ein Gespräch mit Gamze Kubaşık, Semiya Şimşek und Christine Werner im BORUSSEUM statt. Ihr könnt Euch über diesen Link für die Verantstaltung anmelden.

Die Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) gehört zu den erschütterndsten Kapiteln der jüngeren deutschen Geschichte. Zwischen 2000 und 2007 ermordeten die Rechtsterroristen aus rassistischen Motiven zehn Menschen. Die Taten wurden lange Zeit weder als Teil einer organisierten Serie erkannt noch konsequent aufgeklärt – viele Fragen sind bis heute offen. Die Netzwerke, Unterstützerstrukturen und politischen Verstrickungen, die den NSU möglich machten, sind nur in Teilen bekannt und nicht vollständig juristisch aufgearbeitet.

Auch Dortmund wurde zum Tatort der Mordserie. Zur Erinnerung an Mehmet Kubaşık engagierten sich auch Borussia Dortmund und seine Fans. So trägt der Pokal der von der BVB-Stiftung „leuchte auf“ unterstützten Nordstadtliga seinen Namen. Die Pokalübergabe findet im Stadion statt – gemeinsam mit der Familie Kubaşık – und steht symbolisch für Solidarität, Zusammenhalt und die Verpflichtung, der Opfer zu gedenken und für eine offene, demokratische Gesellschaft einzutreten.

Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek verloren durch die Mordserie des rechtsterroristischen NSU ihre Väter. Am 9. September 2000 wurde Enver Şimşek in Nürnberg und am 4. April 2006 Mehmet Kubaşık in Dortmund von dem rechtsterroristischen NSU ermordet. Neben Enver Şimşek und Mehmet Kubaşık ermordete der NSU zwischen 2000 und 2007 Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter. 

Bis zur sogenannten Selbstenttarnung des NSU im November 2011 wurden die Angehörigen der Opfer durch Strafverfolgungsbehörden, Verwaltung und Politik, aber auch von Teilen der Medien nicht ernst genommen, allein gelassen und sogar verdächtigt, selbst in die Mordtaten und Anschläge verwickelt zu sein. Die Ignoranz sowie die falschen Beschuldigungen gegenüber den Opfern und ihren Angehörigen waren vielfach von rassistischen Haltungen geprägt

Gamze Kubaşık und Semiya Şimşek werden u.a. über ihre Familiengeschichte, ihre Väter, den NSU-Komplex und ihren Kampf um Aufklärung sowie Erinnerung sprechen. Das Jugendbuch „Unser Schmerz ist unsere Kraft“ greift diese Punkte und ihre Erinnerungsarbeit auf. Sie erzählen die durch ihr Schicksal verbundenen jungen Frauen in Gedächtnisberichten, Telefonaten und Chats unmittelbar, wie sie die erschütternden Geschehnisse damals erlebt und wie die Morde sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen haben. 

Die Veranstaltung organisieren das BORUSSEUM, die Abteilungen Corporate Responsibility und Fanangelegenheiten in Zusammenarbeit mit der what matters gGmbH und der Nordstadtliga. 

Wann? 25. September 2025, 19:09 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr)
Wo? Im BORUSSEUM

Anmeldungen für die Veranstaltung sind ab sofort bis zum 14. September 2025 um 23:59 Uhr möglich. Die Kapazität der verfügbaren Plätze ist begrenzt, daher ist der Platz erst mit Eingang einer Zusage-E-Mail verbindlich bestätigt.  Alle weiteren Informationen erhaltet Ihr im Falle einer Zusage per E-Mail. Wir werden uns mit einer Zu- oder Absage melden. Bei einer entsprechenden Zusage bitten wir, die Veranstaltung auch wahrzunehmen, damit der Platz nicht frei bleibt und andere interessierte Fans dadurch leer ausgehen. Solltet eine Teilnahme kurzfristig nicht möglich sein, bitten wir um eine Absage, sodass wir den Platz an eine weitere Person vergeben können.

Der Veranstalter behält sich vor, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die nazistischen Parteien oder Organisationen angehören, der nazistischen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren oder von dieser auszuschließen.

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