Filippo Mane beim Training.

Interview

„Ich liebe es zu verteidigen“ – Filippo Mane im Gespräch

Seit Januar 2022 spielt Filippo Mane für Borussia Dortmund und kam bislang überwiegend in der U19 zum Einsatz. Mittlerweile gehört der 20-Jährige zum Profikaders, wartet aber – auch aufgrund von Verletzungsproblemen noch auf seinen ersten Pflichtspieleinsatz. Im Interview spricht er über seine Entwicklung, seine Liebe zur Defensive und die italienische Abwehrschule.

Vor dem eigentlichen Gespräch gibt es noch etwas Wichtiges zu klären, denn unter Fans und Journalisten sind beide Varianten im Umlauf: Mané oder Mane – wie schreibt man den Nachnamen, und wie spricht man ihn eigentlich richtig aus? Filippo klärt auf: „Ich weiß, dass manche ihn auf der zweiten Silbe betonen. Aber er hat keinen Akzent. Mane mit Betonung auf der ersten Silbe.“ Nachdem das geklärt ist, kann das Interview beginnen.

Wie bewertest Du Deine Testspieleinsätze in der aktuellen Vorbereitung?
„Die waren wirklich gut. Nicht nur für mich, sondern für das gesamte Team. Wir hatten ein paar gute Tests und warten jetzt auf das nächste Spiel am Sonntag gegen Juventus. Insgesamt bin ich wirklich glücklich, wie es läuft und wie wir zusammenarbeiten, auch als wir noch in Dortmund waren. Es geht darum, das fortzusetzen, was wir in der letzten Saison gemacht haben.“

Niko Kovac lobt deine kompromisslose Art zu verteidigen. Wie beschreibst Du selbst Deinen Spielstil?
„Wie er gesagt hat, bin ich wirklich ein Verteidiger, der es liebt zu verteidigen und versucht, keine Tore zuzulassen und auf eine weiße Weste zu spielen. Das ist auch genau das, was ein Verteidiger tun sollte. Ich bin also stark auf die Defensive fokussiert.“

Filippo Mane im Testspiel gegen Lille.

Wie viel italienische Abwehrschule steckt in Deinem Spiel?
„Ich schaue mir alle italienischen Verteidiger aus der Vergangenheit und auch von heute an und versuche, etwas von ihnen mitzunehmen: Ratschläge, Fähigkeiten, die sie nutzen, und ich will diese auch in meinem Spiel anwenden.“

Du hast in den vergangenen Jahren einige Verletzungsrückschläge hinnehmen müssen. Wie hast Du die Zeit bewältigt?
„Manchmal gibt es negative Zeiten, manchmal positive. Aus beiden muss man lernen. Man kann sich verbessern, stärker, besser und fitter zurückkommen. Das war meine Mentalität. Wenn ich für viele Monate oder Wochen ausfiel, war mein Ziel immer, stärker, schneller und besser zurückzukommen als zuvor und etwas aus dieser negativen Zeit mitzunehmen, das mir helfen kann, falls ich wieder verletzt sein sollte.“

Was tust Du, um weniger verletzungsanfällig zu sein?
„Das Team hier hat mir wirklich sehr geholfen, auch mental. Ich habe viele Dinge gemacht, viel Prävention für die Muskeln, für die Knie. Viele Übungen vor und nach dem Training helfen mir, fit zu bleiben.“

Du hast eine erfolgreiche Zeit in der U19 gehabt, mit der Du in der Youth League gespielt hast. Was hast Du aus der Zeit mitgenommen?
„Ich habe eine Menge in den Spielen gelernt, weil es nicht dasselbe ist wie in der Meisterschaft. Die Intensität ist höher, das Niveau der Gegner ist höher.“

Filippo Mane im Interview.

Andere ehemalige U19-Spieler haben bereits Einsätze bei den Profis bekommen. Fällt es Dir umso schwerer, auf Deinen ersten Einsatz zu warten?
„Ich warte auf meinen Moment, weil ich weiß, dass er kommen wird. Ich werde diese Gelegenheit mit allem, was ich habe, nutzen. Aber ich bin wirklich glücklich, dass die anderen Jungs ihr Bundesliga-Debüt gegeben haben, weil ich sie schon kenne, seit wir in der U19 gespielt haben. Ich kenne ihren Weg und freue ich mich sehr, dass sie dieses Ziel erreicht haben.“

Du bist nah an den Profis, standst schon im Bundesliga-Kader. Was nimmst Du daraus mit?
„Ich bin sehr dankbar dafür und wirklich froh, dass ich mit vielen großen Spielern trainieren kann, die wichtige Spiele spielen und auch Nationalspieler sind. Dadurch kann ich mein Spiel entwickeln und viel von ihnen lernen.“

Wie helfen Dir die anderen Innenverteidiger?
„Sie haben mir wirklich sehr bei meiner Entwicklung geholfen. Ich bin ihnen jeden Tag im Training dankbar, dass sie mir helfen und mir Ratschläge geben, was in verschiedenen Spielsituationen zu tun ist und was man lieber nicht tun sollte.“

Welche Ziele hast Du in dieser Saison?
„Ich bin abergläubisch, deswegen möchte ich es eigentlich nicht sagen. Aber vielleicht werde ich es verraten, wenn sich die Gelegenheit ergibt.“
Interview: Christina Reinke

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