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Spielbericht

Handballerinnen erobern Tabellenspitze nach Sieg gegen Blomberg

Die Handballerinnen von Borussia Dortmund haben das richtungsweisende Topspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe verdient mit 31:26 (14:15) gewonnen. Vor der tollen Kulisse von 1528 Fans in der ausverkauften Halle Wellinghofen erwischten die Borussinnen einen idealen Start ins neue Jahr, denn durch den eigenen Sieg und die gleichzeitige Niederlage der HSG Bensheim/Auerbach gegen den Thüringer HC übernahm der BVB die Tabellenführung in der Alsco Handball Bundesliga Frauen. 

Ausgangslage: Die Voraussetzungen waren so gut wie ausgeglichen zwischen dem BVB und Blomberg-Lippe. Zwar war Blomberg als Tabellenführer in die Partie gegangen, doch der BVB befand sich nur aufgrund des Nachholspiels in Zwickau auf Rang drei. Bis zum Anpfiff hatten beide Teams jeweils nur ein Spiel verloren: Blomberg zuletzt gegen Oldenburg, der BVB am vierten Spieltag in Bensheim/Auerbach. 

Personalien: Alicia Langer, Lena Hausherr, Lara Müller und Lois Abbingh fielen aus. Zudem meldete sich Maraike Kusian kurzfristig erkrankt ab. Lisa Antl, die sich im WM-Halbfinale einen Bänderanriss im Knöchel zugezogen hatte, stand wieder im Kader, kam aber nicht zum Einsatz. Kaja Kamp Nielsen war ebenso dabei wie die Norwegerin Guro Nestaker, deren Einsätze noch nicht sicher waren. 

Spielverlauf: Die Abwehr der Gäste stand dicht, sodass Alina Grijseels erst nach dreieinhalb Minuten das Blomberger Bollwerk erstmals knacken konnte. Da auch die BVB-Defensive sicher stand, waren Tore zunächst Mangelware. Nach zehn Minuten stand es gerade mal 5:5, darunter zwei Siebenmeter-Treffer von Alina Grijseels. Zwei Fehler und ein schwaches Rückzugsverhalten des BVB nutzte Blomberg zu zwei schnellen Gegentreffern. Nach knapp 13 Minuten führten die Gäste mit 9:7.

Es entwickelte sich ein Spiel, das den hohen Erwartungen standhielt: intensiv, manchmal auch ruppig, laut, hektisch, mit einer überragenden Alina Grijseels im Rückraum und einer ebenso starken Torfrau Sarah Wachter, die Schwarzgelb im Rennen hielt. Der BVB überstand zwischen Minute 15 und 20 eine doppelte Unterzahl. BVB-Coach Henk Groener brachte Guro Nestaker, die sofort mit zwei Toren in Folge zum 11:11 ausglich. Nach 25 Minuten schaffte die junge Lara Egeling mit ihrem zweiten Treffer den Anschluss zum 12:13, Sekunden später glich Deborah Lassource zum 13:13 aus. Die Halle war wieder da, konnte aber nicht verhindern, dass Ona Vegue Pena vier Sekunden vor dem Halbzeitpfiff auf 15:14 für Blomberg erhöhte. 

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Nach dem Seitenwechsel kam der BVB besser aus der Kabine. Obwohl Blomberg Anwurf hatte, legten die Borussinnen in den ersten vier Minuten durch Tore von Alina Grijseels, Alieke van Maurik und Lara Egeling zum 17:16 vor. In Unterzahl schaffte Emma Olsson das 19:16, sodass der BVB zum ersten Mal mit drei Toren vorne lag. 

Der Vorsprung hielt sich konstant, weil Dana Bleckmann besser in Fahrt kam, Emma Olsson am Kreis mit unglaublichem Körpereinsatz agierte und Sarah Wachter im BVB-Tor zur schier unüberwindbaren Hürde wurde. Als Lara Egeling von Linksaußen ihren dritten Treffer im Blomberger Tor versenkte, führte der BVB mit 22:18 (40.).

Der BVB gab weiter Gas, ließ in der Abwehr nichts anbrennen und blockte mit vereinten Kräften immer wieder Blombergs Nieke Kühne. Emma Olsson wühlte sich am Kreis durch und erhöhte auf 23:18 (43.). Entschieden war damit noch nichts. Als Henk Groener nach 47 Minuten beim Stand von 24:21 zur Auszeit bat, forderte er ein noch aggressiveres Abwehrspiel. Zunächst aber erhöhte Guro Nestaker mit einem tollen Rückraumtor auf 25:21 (49.). Und so ging‘s auch in die Crunchtime: Blombergs Coach Steffen Birkner wählte die taktische Variante mit sieben Angreiferinnen. Das zahlte sich nicht aus, denn Emma Olsson und Dana Bleckmann erhöhten auf 27:22 (53.), Kelly Vollebregt auf 28:22. Zumindest eine Vorentscheidung war damit sechs Minuten vor Schluss gefallen. Als Lara Egeling eine winzige Lücke zum 29:22 (56.) nutzte und Sekunden später Torfrau Sarah Wachter ins leere Blomberger Tor zum 30:25 traf, war die Partie entschieden. Am Ende spannender 60 Minuten stand ein verdienter 31:26-Sieg für den BVB.

Henk Groener: „Ich bin natürlich sehr froh über das Ergebnis. Und auch über die tolle Stimmung dank der Fans beider Mannschaften. Am Anfang haben wir ein paar Fehler zu viel gemacht. Im zweiten Durchgang stand dann die Abwehr noch etwas besser mit Sarah Wachter dahinter. Das war der Grundstein zum Sieg. Normalerweise hebe ich keine Spielerin heraus, aber diesmal möchte ich Lara Egeling hervorheben, die auf Linksaußen trotz ihrer jungen Jahre ein tolles Spiel gezeigt hat.“

Ausblick: Jetzt folgen 13 Spiele bis Ende Februar in der Alsco Bundesliga und in der EHF Champions League. Am Mittwoch (7.1.) geht es in der Liga mit dem Gastspiel beim TuS Metzingen weiter. Das erste Champions-League-Spiel im Jahr 2026 steht am Sonntag, 11. Januar, gegen das dänische Team Esbjerg an. Gespielt wird in der Hammer Westpress-Arena, Anwurf ist um 14 Uhr (zu den Tickets).

Handball-Damen: Szikora, Wachter (1); Grijseels (8/4), van Maurik (2), Kamp Nielsen, Lassource (2/2), Husebø, Olsson (4), Vollebregt (3), Egeling (5), Nestaker (3), Bleckmann (3), Menne

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