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Vorbericht

Bergamo 2018: Gewankt, gebangt, gejubelt

Die Morgenröte war am 23. Februar 2018 schon am Horizont zu sehen, als der Mannschaftsbus um halb sechs im Trainingszentrum in Brackel auf den Hof fuhr und die Spieler in eine kurze Nacht entließ. Müde, selbstkritisch, was den Spielverlauf betraf, aber auch glücklich über den Einzug in die nächste Runde machten sich die Schwarzgelben auf den Weg nach Hause in ihre Betten.

Nach einem 1:1 gegen Atalanta Bergamo hatte Borussia Dortmund das Ticket für das Achtelfinale der UEFA Europa League 2017/18 gelöst. „Wir hätten es uns einfacher gewünscht“, sagte Mario Götze. „Es war kein gutes Spiel von uns“, gab Marcel Schmelzer zu. Und der damalige Trainer Peter Stöger appellierte an seine Mannschaft: „Wir müssen uns mehr wehren.“

Ganz in Gelb angetreten, waren die Borussen im Schneetreiben von Reggio Emilia mit einem blauen Auge davongekommen, weil sie der Körperlichkeit des Gegners (der hart, aber fair agierte) wenig entgegenzusetzen hatten. „Wenn wir es nicht schaffen, unsere fußballerische Qualität auf den Platz zu bringen, ist es nötig, dass wir uns auf unsere Beine stellen und Widerstand leisten“, monierte der Coach.

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Bereits nach zehn Minuten war der knappe 3:2-Vorsprung aus dem Hinspiel aufgezehrt. „Hier in Rückstand zu geraten, war nicht das, was wir uns vorgenommen hatten“, meinte Götze. In Addition von Hin- und Rückspiel stand es zwar nun 3:3, doch griff die damals noch geltende Auswärtstor-Arithmetik, und damit waren die Italiener im Vorteil, konnten nun abwartender, defensiver agieren, ließen Borussia kommen – aber gestatteten ihnen kaum ein Durchkommen.

„Wir haben in der Halbzeitpause besprochen, dass uns ein Tor reicht, dass wir nicht den Kopf verlieren dürfen, sondern die Kontrolle über das Spiel bekommen müssen“, verriet Schmelzer: „Das ist uns dann ab Mitte der zweiten Halbzeit gelungen.“

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Das späte 1:1 durch Marcel Schmelzer in der 83. Minute, der einen von Torwart Berisha zu kurz abgewehrten, zuvor von Marco Reus abgefeuerten Ball versenkte, wertet Mario Götze als „Indiz dafür, dass die Moral stimmt, dass wir bis zum Letzten kämpfen“. Und so wendete die Mannschaft das drohende Aus doch noch ab, zog – wenn man Hin- und Rückspiel betrachtet – nicht unverdient in die nächste Runde ein. Doch schon da kam das frühzeitige Aus gegen den FC Salzburg…
Boris Rupert

 

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