Spielbericht
Tischtennisspieler ohne Erfolgserlebnis in die Osterpause
Personalien
Fadeev gönnte Top-20-Spieler Anders Lind gegen den favorisierten Tabellenzweiten erneut eine Pause und bot aus seinem Spitzenduo lediglich Ex-Doppelweltmeister Kristian Karlsson auf. Beim 0:3 im Hinspiel war der BVB gänzlich „ohne Zwei“ an der Weser angetreten. Für Karlsson musste Cedric Nuytinck Platz machen, während Ungarns frischgekürter Einzelmeister Adam Szudi sowie Alberto Mino wie eine Woche zuvor gegen Spitzenreiter Borussia Düsseldorf erneut zum Zuge kamen. „Wir hoffen, dass wir mit unserer Aufstellung unsere Stärken und Bremens Schwächen treffen können“, beschrieb Fadeev seinen Matchplan für den ersten Sieg gegen Bremen im vierten Versuch.
Spielverlauf
Die BVB-Strategie erschien im Grundsatz auch richtig. Alle Dortmunder gingen in ihren Matches teilweise sogar deutlich in Führung, mussten danach aber dennoch später ihren Gegnern gratulieren.
Karlsson hatte zum Auftakt im Linkshänder-Duell mit Irvin Bertrand zunächst wenig Probleme, ging nach dem Verlust des zweiten Satzes trotz eines 10:7-Vorsprungs auch noch ein zweites Mal nach Sätzen in Führung – und geriet vor allem im Entscheidungsdurchgang völlig außer Tritt.
Unerwartet unter Druck geraten, glänzte „Saisonentdeckung“ Szudi – beflügelt vom Titelgewinn in seiner Heimat – gegen Bremens kasachischen Topspieler Kirill Gerassimenko einmal mehr. Nachdem der Borusse in der häufig spektakulären Begegnung die ersten beiden Sätze für sich verbucht hatte, fehlten Szudi im vierten Abschnitt bei einer 8:7-Führung nur noch drei Punkte zum wichtigen Rebreak. Doch auf der anderen Seite meisterte der Olympia-Teilnehmer die kritische Lage noch und sorgte anschließend für die Vorentscheidung zugunsten der Hanseaten.
Somit stand nach der Pause Alberto Mino gegen den ehemaligen Vizeweltmeister Mattias Falck unter Erfolgszwang – aber letztlich auch auf verlorenem Posten. Gegen den in die Top 100 der Weltrangliste zurückgekehrten Schweden konnte Mino zwar den ersten Satz klauen, doch im weiteren Spielverlauf setzte sich zunehmend die individuelle Klasse des Bremers durch.
Stimme
Trainer Evgeny Fadeev: „Bremen ist eine starke Mannschaft und steht nicht aus Zufall in der Tabelle so weit oben. Dadurch sieht das Ergebnis normal aus. Aber wenn man sich die Spiele im Detail anschaut, war für uns viel mehr drin. Kommt nur ein Punkt aus den drei Spielen, dem vor allem Kristian und Adam nahe waren, hätten wir durch Kristians zweites Einzel ins Doppel kommen können, in dem wir in dieser Saison sehr stark sind. Da hätten wir sogar eine echte Siegchance gehabt. Wir werden nun nach Ostern noch einmal alles geben, um in der oberen Tabellenhälfte zu bleiben und uns vor allem im letzten Heimspiel mit einer tollen Leistung bis zum Sommer von unseren Fans zu verabschieden.“
Ausblick
Für Dortmund stehen nach den Osterfeiertagen auf der Zielgeraden der regulären Saison noch zwei Spiele auf dem Programm. Zunächst könnte beim Auftritt am 16. April (18:30 Uhr) beim Tabellennachbarn TTC RhönSprudel Fulda-Maberzell bereits eine Vorentscheidung über eine Endplatzierung im oberen oder unteren Tabellenabschnitt fallen. Zum Saisonausklang empfangen die Borussen drei Tage später (19.04., 15 Uhr, zu den Tickets, beide Spiele live bei Dyn) in der heimischen Brügmann-Halle den Post SV Mühlhausen.
Die BVB-Spieler treten bis zur Begegnung mit Fulda allerdings auch noch bei internationalen Turnieren an. So schlagen Lind und Karlsson bereits zu Beginn der Osterwoche beim bedeutenden Einzel-Weltcup in Macau auf.
BV Borussia 09 Dortmund – Werder Bremen 0:3
Kristian Karlsson (WR: 38) – Irvin Bertrand (WR: 262) 2:3 (11:6, 10:12, 11:3, 7:11, 5:11)
Adam Szudi (WR: 470) – Kirill Gerassimenko (WR: 58) 2:3 (11:6, 11:8, 5:11, 9:11, 5:11)
Alberto Mino (WR: 309) – Mattias Falck (WR: 87) 1:3 (11:8, 7:11, 7:11, 8:11)