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Spielbericht

Krimi-Sieg in Spiel 1: Handballerinnen mit Meisterschafts-Matchball

Der erste Schritt ist gemacht: Mit einer herausragenden kämpferischen Leistung haben die Handballerinnen des BVB am Sonntagnachmittag das erste Duell der Finalrunde der Alsco Handball Bundesliga Frauen zuhause gegen die HSG Blomberg-Lippe mit 28:27 (14:17) gewonnen. Schaffen die Dortmunderinnen es, am kommenden Sonntag in Blomberg nachzulegen, hätten sie nicht nur den Titel nach 2021 zum zweiten Mal gewonnen, sondern dürften nach ihrem Sieg im DHB-Pokal im März auch das Double feiern.

1520 Zuschauer in der ausverkauften Halle Wellinghofen sahen einen fulminanten Auftritt des BVB besonders in der zweiten Hälfte. Mit dem Schlusspfiff rettete Torfrau Sarah Wachter mit einer tollen Siebenmeter-Parade den hauchdünnen Sieg. Beste Torschützin war Guro Nestaker mit neun Treffern.

Personalien

Torfrau Sarah Wachter meldete sich nach fast achtwöchiger, verletzungsbedingter Pause wieder zurück. Die Nationaltorhüterin hatte sich Mitte März im Pokalfinale gegen die HSG Bensheim/Auerbach eine Hüftverletzung zugezogen und war seitdem außer Gefecht. Trotz eines kleinen Trainingsunfalls Anfang der Woche war auch die Niederländerin Alieke van Maurik von Beginn an dabei, während Lois Abbingh und Lena Hausherr weiter verletzt ausfielen. Ebenfalls nicht auf der Bank saß Alicia Langer.

Spielverlauf

Der BVB schien die zweiwöchige Spielpause gut genutzt zu haben, um seine Speicher nach den anstrengenden Wochen der Mehrfachbelastung mit Meisterschaft, Champions League und DHB-Pokal wieder aufzufüllen. Nach vier Minuten führte der BVB nach einem Doppelschlag von Kelly Vollebregt und einem Siebenmeter-Tor von Deborah Lassource mit 3:1.

Doch Blomberg fing sich und drehte die Partie zügig, als der BVB in Überzahl erfolglos blieb und auf der Gegenseite sogar zwei Gegentreffer hinnehmen musste. Nach zehn Minuten hieß es 8:5 für die Gäste. Weitere zehn Minuten später stand es sogar schon 14:9 für Blomberg, als Farelle Alicia Njinkeu Torfrau Melinda Szikora von Rechtsaußen überlistete.

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Der Befreiungsschlag nach sieben Minuten ohne Tor gelang Alina Grijseels per Siebenmeter in der 23. Minute zum 10:14. Bis zur Pause konnten die Schwarz-Gelben das Ergebnis zumindest etwas freundlicher gestalten. 30 Sekunden vor dem Halbzeitpfiff schaffte die starke Guro Nestaker den Anschlusstreffer zum 14:17. Blomberg spielte konsequenter, führte zur Pause verdient und hatte mit der starken Nieke Kühne ihre Haupttorschützin mit sechs Treffern.

Weil der BVB stark aus der Pause kam und Blomberg keine passende Antwort auf die jetzt stabile Abwehr der Dortmunderinnen hatte, war der Drei-Tore-Rückstand nach dem Seitenwechsel schnell egalisiert. Vollebregt gelang nach acht Minuten im zweiten Durchgang sogar die 19:18-Führung, nachdem Szikora zuvor zweimal glänzend pariert hatte.

Entscheidend absetzen konnte sich der BVB aber nicht: Nach 50 Minuten glich Kühne mit ihrem siebten Treffer zum 25:25 aus. 90 Sekunden vor dem Abpfiff standen die Fans schon auf den Rängen, feierten den scheinbar sicheren Sieg, als Nestaker ihren neunten Treffer zum 28:26 erzielt hatte. Blomberg öffnete daraufhin die Abwehr und suchte und den offenen Schlagabtausch. 30 Sekunden vor Schluss traf die Spanierin Ona Vegue Pena – ab der nächsten Saison übrigens für den BVB spielend – von der Siebenmeter-Linie zum 27:28. Das Drama gipfelte als mit dem Abpfiff der nächste Siebenmeter für die HSG folgte: Wieder schritt Pena zur Linie – und scheiterte diesmal an der kurz zuvor eingewechselten Sarah Wachter, die dem BVB mit einer Heldentat den hauchdünnen 28:27-Erfolg im ersten Final-Spiel rettete.

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Stimmen

Henk Groener: „Nur zehn Gegentore in der zweiten Hälfte sagen alles. Unsere Abwehr war viel besser als am Anfang, hatte eine Menge Stopps. Das war entscheidend. Der Sieg war aber schwer erkämpft und hat gezeigt, wie eng es ist zwischen uns und Blomberg. In der erste Hälfte sind wir gut gestartet, haben einfache Tore erzielt. Das Spiel drehte sich, als wir in Überzahl zwei Gegentore kassiert haben. Jetzt haben wir zwei Chancen auf den Titel.“

Sarah Wachter: „Das war Werbung für den Handball, was beide Teams da auf die Platte gelegt haben. Noch ist nichts entschieden, aber wir nehmen den Schwung mit. Ich war brutal aufgeregt, ich war zwei Monate raus und bin nicht gut ins Spiel gekommen. Umso mehr freue ich mich, dass ich den Siebenmeter gehalten habe und der Mannschaft damit geholfen habe.“

Alina Grijseels: „Wir sind gut aus der Kabine gekommen und haben schnell ausgeglichen. Das war ganz wichtig nach dem Fünf-Tore-Rückstand. Am Ende hätten wir etwas cleverer spielen müssen und hatten sogar noch Glück, dass Sarah den Siebenmeter mit dem Schlusspfiff gehalten hat. Die Halle war eine Wucht, das hatten wir erhofft und es hat uns geholfen.“

Rupert Thiele: „Das war ein unheimlicher Fight vor einer Riesenkulisse. Ich hatte fast schon befürchtet, dass es in die Verlängerung geht.“

Ausblick

Der Finalfahrplan steht seit einer Woche fest. Nach dem Hinspiel am Sonntag in Dortmund geht es nun am kommenden Sonntag, 24. Mai, in Blomberg zum Rückspiel. Anwurf in der Halle an der Ulmenallee ist ebenfalls um 16.30 Uhr. Sollte ein drittes Spiel notwendig werden, würde jenes am 31. Mai ebenfalls in Blomberg stattfinden. Die HSG Blomberg-Lippe hatte sich dieses doppelte Heimrecht erarbeitet, nachdem sie die Hauptrunde auf Platz eins beendet hatte.

BVB-Damen: Roncevic, Szikora, Wachter; Grijseels (5(2, Kusian, Antl, van Maurik, Kamp Nielsen, Lassource (2/1), Husebø , Olsson (2), Vollebregt (6), Nestaker (9), Egeling (2), Bleckmann (2), Menne

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