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4:4 nach Atem beraubendem Spiel
Der BVB kombinierte von Anpfiff an perfekt. Schon zur Pause verbuchte der BVB 6:0 Ecken und 13:2 Torschüsse für sich und münzte nach einer guten halben Stunde die Überlegenheit mit einem Traumangriff auch endlich in Zählbares um: Gündogan spielte herrlich in den freien Raum zu Schmelzer, der flankte auf den Kopf von Kehl, der wiederum legte ab auf Kagawa - 1:0 (33.). Gündogan (41.) hätte die Dortmunder Dominanz vor der Pause auch bereits mit dem zweiten Treffer belohnen können, sein Schuss wurde jedoch zur Ecke abgewehrt.
Wer gedacht hatte, der BVB würde nach dem Seitenwechsel einen Gang zurückschalten und ein wenig Tempo aus der Partie nehmen, der täuschte sich gewaltig. Piszczek donnerte mit einem strammen Rechtsschuss das Leder an den rechten Pfosten (48.), 36 Sekunden später machte es sein Landsmann Kuba jedoch besser: Nach einer Flanke von Hummels traf der Pole zum 2:0 (49.).
Der frühe Treffer in der zweiten Hälfte schien den BVB jedoch ein wenig zu lähmen als weiter zu beflügeln. Lewandowski verpasste mit einem Schuss aus 20 Metern zwar das 3:0 (55.), danach gewann der VfB jedoch plötzlich Oberwasser. Erst schoss Kvist (63.) aus 16 Metern an den linken Pfosten, dann erzielte Ibisevic den Anschluss (71.).
Der BVB, bei dem in der 66. Minute Bender für Gündogan gekommen war, schien fortan verunsichert. Offensiv vergab er zwar durch Kuba eine Großchance (69.), insgesamt fehlte aber der letzte Zug zum Tor, defensiv wiederum die Konzentration. So in der 77. Minute: Bender rutschte im Duell gegen Schieber weg - und der umkurvte Weidenfeller und schoss zum 2:2 ein. Wiederum nur zwei Zeigerumdrehungen später trauten die BVB-Fans ihren Augen nicht: Kehl hatte den Ball gegen Harnik verloren, der Österreicher wiederum auf Schieber weitergeleitet - 2:3 (79.). Unfassbar! Kopfschütteln nicht nur auf den Rängen...
Schwarzgelb warf nun alles nach vorne, wechselte Perisic für Großkreutz (79.) und Barrios für Kagawa (81.) ein - und wurde belohnt. Nach Zuspiel von Kehl traf Hummels mit einem Flachschuss (82.). Der Signal Iduna Park kochte. Vier Minuten vor dem Ende rettete Niedermeier noch gegen Lewandowski, doch dann sorgte Ivan Perisic für einen Urschrei bei fast 80.000 Zuschauern, der bis nach München zu hören gewesen sein muss: Schmelzer brachte eine Ecke von rechts hinein, und der eingewechselte Kroate erzielte das 4:3. Vier zu Drei! Doch der Wahnsinn ging weiter: In der Nachspielzeit erzielte in einem mitreißenden, hochklassigen Fußballspiel Gentner mit dem letzten Angriff doch noch den Ausgleich.