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Auf den Spuren des Wembley-Tores: Eine ungewöhnliche literarische Reise

Eine ungewöhnliche Recherchereise hat der ehemalige Nationaltorhüter Hans Tilkowski, gerade zu Borussias bestem Torhüter in der Vereinsgeschichte gewählt, zusammen mit dem Schriftsteller Heinrich Peuckmann unternommen. Auf den Spuren des berühmtesten Fußballtores, das je bei einer Weltmeisterschaft erzielt wurde, waren die beiden unterwegs. Beim Endspiel 1966, als die Deutschen ins Endspiel vordrangen und gegen England spielten, wurde es gegeben, das berühmte Wembley-Tor.

Englands Stürmer Geoff Hurst kam in der Verlängerung an den Ball, schoss aus der Drehung aufs Tor, Hans Tilkowski lenkte den Ball an die Latte und von dort sprang

er - ja wohin eigentlich? Nicht ins Tor, behauptet bis heute unerschütterlich Hans Tilkowski. Ins Tor entschied damals der Linienrichter und Sowjetbürger Tofiq Bachramov, der in Wirklichkeit aber ein Aserbaidschaner war. Nachdem das kleine Land am Kaspischen Meer selbständig wurde, ist er dort zu einer Art Nationalheld aufgestiegen. Das Stadion, in dem die deutsche Fußballnationalmannschaft im August spielen wird, wurde nach ihm benannt, als er 1993 starb, eine große Bronzefigur wurde errichtet und eine Sonderbriefmarke mit seinem Konterfei herausgegeben.
Der Vorstand der deutsch-aserbaidschanischen Industrie kam nun auf die launige Idee, Hans Tilkowski und Heinrich Peuckmann (zuletzt erschien der Kriminalroman "Zweites Leben") im Vorfeld des Länderspiels nach Baku einzuladen und so sind die beiden zu einer Art Versöhnungstour nach Baku aufgebrochen.
Beim aserbaidschanische Fußballverband, dessen Nationalmannschaft von Berti Vogts trainiert wird, wurden sie empfangen, Tilkowski hielt ein Seminar vor jungen Torhütern, während Peuckmann eifrig für ein neues Fußball-Buch recherchierte, das die Beziehung zwischen der großen Fußballnation Deutschland und dem kleinen Aserbaidschan aufzeigen soll. Ein Kapitel wird darin die Begegnung am Bachramov-Denkmal bilden, die von den anwesenden aserbaidschanischen Parlamentariern und Fußball-Funktionären mit großer Spannung erwartet wurde. Tilkowski reagierte sehr souverän. Er blieb zwar bei seiner Meinung, die er seit 42 Jahren vertritt - "Der Ball war nicht drin" - aber er hielt eine sehr diplomatische Rede zur Freude der Aserbaidschaner und sprach zum Schluss Tofiq Bachramov direkt an: "Tofiq, wenn du noch leben würdest, hätten wir garantiert ein interessantes Gespräch im Sinne des Fairplay."
Das war beste Werbung für das kommende Länderspiel, zu dem Tilkowski und Peuckmann als Ehrengäste eingeladen wurden. Bis dahin soll auch das Buch fertig sein und es soll zuerst in Baku vorgestellt werden.

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