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Die beiden BVB-Patienten: Philipp Degen und Roman Weidenfeller

"Mir fehlt mein Freund, der Ball", sagt Philipp Degen und schluckt. Wer in Erinnerung hat, wie der Schweizer in den BVB-Trainingseinheiten mit jedem Ball in seiner Nähe jongliert, wie er reihenweise Kunstschüsse aus dem Fuß zaubert, weiß um die Bedeutung dieser Worte.

Mit einem Ball hat der 24-jährige Degen seit Monaten nicht mehr trainieren können. Im November wurde er am Sprunggelenk im linken Fuß, in dem ein Innenband gerissen war, und an den chronisch schmerzenden Adduktoren operiert. Jetzt ist er in der Endphase seiner Reha angekommen. Zwei bis drei Laufeinheiten absolvierte er jeden Tag, ein Trainer und ein Physiotherapeut begleiteten das Individualtraining in Basel. "Das Fußgelenk macht trotz der Belastung keine Probleme", sagt Degen. "Nur die Adduktoren melden sich ab und zu Wort, die sind ein wenig verhext."
Pünktlich zur Rückkehr seines Teams aus dem Trainingslager ist auch der Schweizer in seiner sportlichen Heimat Dortmund angekommen. "Denn das wichtigste ist die Mannschaft", erklärt er. "Wenn du nicht dabei bist, fühlst du dich ausgeschlossen." Neben dem Training fehlten Degen in den letzten Wochen vor allem die Plaudereien in der Kabine und die abendlichen Restaurantbesuche mit den anderen Profis.
Mit den Mitspielern wird er aber noch nicht trainieren können."Zwei Wochen brauche ich noch." In dieser Zeit wird sein neuer Konkurrent auf der rechten Abwehrseite, der Serbe Antonio Rukavina, erste Pflichtspielpraxis für den BVB sammeln. "So ist das Leben, so läuft der Fußball. "Ich muss jetzt topfit werden", sagt Degen. "Dann schauen wir weiter."

Während Philipp Degen am Ende der Reha angekommen ist, hat Roman Weidenfeller diesen weiten Weg noch vor sich. Die Operationsnarbe an der rechten Schulter ist vergleichsweise frisch, kurz vor Weihnachten fand der Eingriff statt. Während die Borussen in Marbella trainierten, war der Torwart in den USA. Auf Anraten der Heidelberger Ärzte Prof. Peter Habermeyer und Dr. Sven Lichtenberg, die sich mit BVB-Mannschaftsarzt Dr. Markus Braun um die Schulter kümmern, hat Weidenfeller die ersten Reha-Schritte im "Sports Medicine Rehabilitation Center" in Naples in Florida gemacht. Physiotherapeuten kümmerten sich dort um die Schulter, das Aufbauprogramm für die Muskulatur lief auf Hochtouren. "Morgens und nachmittags gab es Behandlungen. Meine Bewegungsfreiheit hat von Tag zu Tag zugenommen. Ich bin schmerzfrei und insgesamt positiv überrascht", sagt Weidenfeller.
Auch dem 27-Jährigen fehlt die Mannschaft. "Natürlich wäre ich lieber in Marbella gewesen als dieses eintönige Reha-Programm zu machen. Aber ich muss in den sauren Apfel beißen." Immerhin bot ihm das Land der unbegrenzten Möglichkeiten etwas Abwechslung. "Es begann mit dem üppigen Frühstück. Rühreier, Würstchen, Kartoffeln. Wenn das unser Fitnesstrainer Micha "Stromberg" Wenzel gesehen hätte", sagt Weidenfeller.
In den ersten Naples-Tagen war Freundin Camilla noch da, danach lenkte sich der Torwart anderweitig ab. "Ich bin mit dem Mietwagen herumgefahren, habe Basketball und American Football im Fernsehen geschaut. Ich setze mir kein Datum für meine Rückkehr. Ich will die Verletzung 100 Prozent auskurieren, werde dann angreifen", so Weidenfeller.
Quelle: Westfälische Rundschau
Autor: Thorsten Schabelon

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