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Unternehmen Trainingslager: Vollgepackt bis unters Dach

Sein 45. Geburtstag war für Frank Gräfen heute kein Arbeitstag wie jeder andere. Er fing besonders früh an - und dauerte besonders lange. Denn heute war "Packtag" bei Borussia Dortmund. Gegen Mitternacht setzt sich Busfahrer Martin Bock hinters Lenkrad und steuert den bis unters Dach beladenen Mannschaftsbus nach Bad Ragaz im Kanton St. Gallen in der Schweiz. Dort bezieht der Deutsche Meister von Samstag an ein einwöchiges Trainingslager.

haben wir Sachen für bis zu drei Trainingseinheiten am Tag dabei", schildert Gräfen. Abends wird im Hotel gewaschen und getrocknet. Auch das gehört zu einem gut zwölfstündigen Arbeitstag während eines Trainingslagers dazu.
Außerdem mit dabei: drei komplette Trikotsätze für die drei Testspiele gegen Zürich, St. Gallen und Warschau. Getränkepulver. Medikamente und medizinische Gerätschaften. Und nicht zu vergessen: Autogrammkarten und ein paar Souvenirs.

Als Martin Bock die Ladeluken des Mannschaftsbusses schließt, ist längst noch nicht das komplette Gepäck verstaut. Da der Bus ohne Passagiere fährt, wird auch das "Oberdeck" genutzt. Die Co-Trainer packen Trainingsutensilien wie Hütchen, Stangen und vieles mehr dazu. "Wir sind von unten bis oben komplett beladen", sagt Frank Gräfen ruhig und gelassen. Es ist nicht das erste Trainingslager, für das er logistisch verantwortlich ist.
Martin Bock macht die späte Abfahrt nichts aus. "Ich fahre gerne durch die Nacht", sagt er. Die Route hat er im Kopf. Notfalls hilft das Navi. Die rund 700 Kilometer

von Dortmund bis nach Bad Ragaz will er bis Freitag Vormittag "so gegen 9 Uhr" bewältigt haben. Dann heißt es entladen - und sich auf Samstag vorzubereiten, wo er zunächst die Mannschaft vom Flughafen abholt, dann nach Grenchen zum Spiel gegen den FC Zürich kutschiert, anschließend nach Bad Ragaz. Auch wieder 500 Kilometer. "Ich freue mich", sagt er: "Dieser Job ist spannend, abwechslungsreich und macht Spaß."
Auch Frank Gräfen lacht. Zum Geburtstag einen "freien Tag" geschenkt zu bekommen, hätte jemand wie er, der mit Herz und Seele dabei ist, womöglich als Strafe empfunden.
Boris Rupert

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