Vorbericht
Sahin fordert „aktives Spiel“ und setzt auf Guirassy in der Startelf
Real Madrid und Sturm Graz in der UEFA Champions League, der VfL Wolfsburg im DFB-Pokal sowie der FC St. Pauli, der FC Augsburg, Leipzig und der FSV Mainz 05 in der Bundesliga – das sind die Gegner, die in den kommenden drei Wochen auf den BVB warten. „Das sind komplett verschiedene Spiele. Jetzt sind wir auf St. Pauli fokussiert, auf ein Heimspiel, das wir unbedingt gewinnen wollen. Es ist unsere Aufgabe, die Mannschaft für das jeweilige Spiel so einzustellen, dass wir wissen, worum es geht. Was spielt der Gegner, was müssen wir machen, wo sind die Räume?“, sagt BVB-Trainer Nuri Sahin mit Blick auf die erste der bevorstehenden drei englischen Wochen.
Während Schwarzgelb in Champions League und Pokal drei Siege in drei Spielen eingefahren hat, läuft die Mannschaft in der Bundesliga den eigenen Ansprüchen hinterher. Nach der 1:2-Niederlage bei Union Berlin vor der Länderspielpause ist der BVB auf Tabellenplatz sieben abgerutscht. „Es ist nie gut, mit einer Niederlage in die Länderspielpause zu gehen“, gibt Sahin Einblicke. „Als Trainerteam hatten wir sehr viel Zeit, konnten uns viel angucken. Nach so einem Spiel nutze ich die nächsten 24, 48 Stunden, damit wir wissen: Woran lag es, wo sind die Lösungsansätze, was müssen wir ändern oder verbessern?“ Erst am Mittwochnachmittag hat Sahin seinen kompletten Kader, aus dem in den beiden Trainingswochen insgesamt 13 Spieler bei ihren Nationalmannschaften weilten, wieder beisammen.
Erfolgreiche Länderspiele
Während der Abstellungsperiode hatte er mit seinen Nationalspielern regelmäßig Kontakt gehalten. „Nach den Spielen schicken die Jungs kurz, wie lange sie gespielt haben, auf welcher Position sie gespielt haben und ob sie gesund sind. Gestern kamen die letzten Nachrichten, sodass ich dann auch durchatmen konnte. Ich bin froh, dass sich keiner verletzt hat, dass die Jungs gute Spiele gemacht haben. Viele von uns waren auch als Scorer dabei.“ Einer von ihnen war Serhou Guirassy, der für Guinea in zwei Spielen fünf Tore erzielen konnte. Trotz der internationalen Einsätze wird der Angreifer am Freitag in der Startelf stehen, das hat Sahin bereits festgelegt. Wie sich Kader und Startformation darüber hinaus zusammensetzen, wird sich erst Donnerstagabend oder Freitagvormittag entscheiden. Neben den vier Ausfällen Yan Couto, Karim Adeyemi, Gio Reyna und Julien Duranville gibt es Fragezeichen hinter den Einsätzen von Julian Ryerson, Niklas Süle und Maximilian Beier (zur Personalmeldung).
St. Pauli nach 13 Jahren zurück in Dortmund
Der FC St. Pauli kommt erstmals seit 2011 wieder zu einem Bundesliga-Spiel in den SIGNAL IDUNA PARK. Damals gewann der BVB mit 2:0 (durch Lucas Barrios und ein Eigentor), Nuri Sahin stand wie sein heutiger Co-Trainer Lukasz Piszczek auf dem Platz. In dieser Saison hat der Aufsteiger bislang vier Punkte gesammelt (ein Sieg, ein Unentschieden, vier Niederlagen). Vor zwei Wochen unterlagen die Hamburger dem FSV Mainz zu Hause mit 0:3, zuvor hatte es zwei Zu-Null-Spiele gegen Freiburg und Leipzig gegeben. „Sie haben eine klare Ordnung und versuchen, über Umschaltmomente zu kommen, aber wir spielen zu Hause, wollen ein sehr aktives Spiel machen und versuchen, das Spiel zu gewinnen“.
Damit hätte der BVB eine Serie verlängert: Seit 20 Jahren hat Schwarzgelb nicht mehr an einem Freitagabend zu Hause verloren. „Ich hätte nichts dagegen, wenn wir die Statistik ausbauen“, sagt Sahin. „Die Magie dieses Stadions ist, wenn das Flutlicht an ist, noch einmal ganz anders. Dann hat man eine komplett andere Energie in diesem Stadion. Ich habe es als Spieler geliebt, abends zu spielen, und das Gefühl habe ich bei den Jungs auch.“
Sollte der BVB gewinnen, hätte er nicht nur die Serie ausgebaut, sondern wäre auch erfolgreich in die erste von drei englischen Wochen gestartet.
Christina Reinke
BVB-TV by 1&1: Die Pressekonferenz vor dem Spiel gegen St. Pauli