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Abteilungsversammlung im Stadion: „Handball genießt hohe Wertschätzung“
Es war voll im Medienzentrum des SIGNAL IDUNA PARK. Der Vorstand mit Abteilungsleiter Rupert Thiele, seinem Stellvertreter Andreas Kuno, Kassenwartin Maria Pfefferkuch und Zuzana Porvaznikova, die seit zwölf Monaten die neu geschaffene Position als „Sportliche Beraterin für Spielerinnenentwicklung und Förderung“ innehat, war vollständig anwesend. Außerdem waren die erste und die zweite Mannschaft fast vollständig vertreten. Hinzu kamen zahlreiche ehrenamtliche Helfer aus dem Orga-Team sowie zahlreiche Fans, die eingeladen worden waren, um Wünsche und Anliegen vorzubringen.
Bevor Rupert Thiele und Andreas Kuno ihre Berichte vortrugen, hatte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung des BVB, die Versammlung eröffnet. „Ich möchte, dass es mindestens in dem gleichen Umfang finanziell und ideell weitergeht wie in den vergangenen Jahren. Es wird beim Handball nicht gespart. Der Handball genießt eine hohe Wertschätzung beim BVB, seine Zukunft ist gesichert“, erklärte Watzke. Gleichzeitig sprach er sich für eine weitere Professionalisierung aus. „Ich glaube, dass wir mehr Hauptamtlichkeit benötigen.“ Watzke sprach ebenfalls das Thema Hallenneubau an: „Ich werde mich dafür einsetzen, dass wir eine Halle bekommen, die einer Mannschaft wie der des BVB würdig ist.“
Nach einem stimmungsvollen Video mit den sportlichen Highlights blickte Abteilungsleiter Rupert Thiele auf den mit Höhepunkten gespickten Zeitraum seit der jüngsten Abteilungsversammlung im November 2024 zurück: auf die Feier „100 Jahre BVB-Handball“, auf die Einstellung von Yasmin Yusif-Hügle als Sportliche Leiterin, auf die Handball-WM mit fünf Borussinnen, auf die erste Einladung des BVB zum Forum Club Handball Meeting in Wien, auf die zweite Auflage von „Alle in die Halle“, als am 9. Februar 2025 exakt 9.305 Zuschauer in der Westfalenhalle den 29:28-Sieg in der EHF European League gegen Sola HK feierten. Im März 2025 folgten das Final Four im DHB-Pokal mit gleichzeitiger Fan-Fahrt nach Stuttgart sowie die Verleihung des Jugendzertifikats mit Stern durch den DHB als höchste Auszeichnung für die BVB-Jugendarbeit.
Im 14. Mai 2025 ging es weiter mit dem Erreichen des Halbfinals um die Deutsche Meisterschaft mit dem 31:21 gegen Metzingen, nur einen Tag später wurden Tess Lieder, Carmen Campos, Lena Degenhardt, Haruno Sasaki, Norah Kothen und Merle Muth emotional von den Fans verabschiedet. Und wiederum einen Tag später verpasste der BVB das DM-Finale gegen Blomberg-Lippe und wurde am Ende Vierter. Eine Erwähnung fand auch der Auftritt der A-Jugend, die beim vom BVB organisierten Final4 in der Halle Wellinghofen den Vizetitel hinter Meister HB Leipzig holte.
Während der Sommerpause setzte der BVB-Vorstand die zuvor von der Handball Bundesliga Frauen beschlossenen Hallenstandards zusammen mit der Stadt Dortmund um und installierte eine LED-Bande, eine Videowall, bestellte die geforderte zweite Tribüne und schaffte es, die Zuschauerkapazität in der Halle Wellinghofen von 1.470 auf 1.520 zu erhöhen.
Im Juni 2025 folgte die Zusage einer Wildcard für die Teilnahme an der EHF Champions League. „Das war absolut nicht selbstverständlich, als Vierter den Zuschlag zu erhalten. Und es war sicherlich auch ein Beweis für die gute Zusammenarbeit zwischen dem BVB und der EHF“, zeigte sich Rupert Thiele zufrieden.
Gute Nachrichten hatte es auch zu Saisonbeginn gegeben: Zunächst wurde die Kooperation mit der TU Dortmund verlängert, im Juli folgte das erste öffentliche Training, was von den Fans gut angenommen wurde. Seit September können nicht nur Fußball-Trikots, sondern auch Handball-Trikots im Online-Shop des BVB erworben werden, und im Oktober wurde mit der ehemaligen Borussin und vielfachen Nationalspielerin Anne Müller die hauptamtliche Stelle als Jugend-Koordination besetzt.
Für den sportlichen Bereich zog Andreas Kuno, der stellvertretende Abteilungsleiter und langjährige Sportliche Leiter, ein insgesamt positives Fazit: „Die Play-offs in der Bundesliga waren eine neue Situation. Unser Fokus lag auf dem normalen Spielbetrieb. Durch Platz zwei haben wir uns für die European League qualifiziert. Das war extrem wichtig.“ Für die anschließenden Play-offs vergab er die Schulnote Drei plus bis Zwei minus. „Wir hatten enormes Verletzungspech. Die Spiele gegen Blomberg sind nicht so gelaufen, wie es sein sollte. Aber wir haben in den Play-offs ohne etatmäßige Torfrau gespielt, ohne zahlreiche, verletzte Leistungsträgerinnen. Da ist Platz vier absolut okay angesichts der Gesamtsituation. Mein Dank gilt auch Clara Woltering, die als Torfrau eingesprungen ist, was uns extrem geholfen hat.“
Kuno sprach auch positiv über das Final4 in Stuttgart. „Wir standen erstmals nach zehn Jahren wieder in der Finalrunde, haben im Halbfinale gegen Ludwigsburg einen tollen Fight gezeigt und uns den Respekt der Fans erkämpft.“
In der European League habe man Pech mit der Auslosung in der mit Abstand stärksten Gruppe gehabt, so Kuno: „Dennoch haben wir gegen Ikast und Sola gewonnen. Ich bin guter Dinge für die Saison. Wir konnten Alina Grijseels zurückholen und haben nach der Insolvenz von HB Ludwigsburg auch Guro Nestaker geholt. Das waren zwei ganz starke Transfers.“
Auch mit Blick auf den Saisonstart zeigte sich Kuno zufrieden. Nach dem Rückschlag in Bensheim habe man sich erholt und danach gezeigt, auch in der Champions League gewinnen zu können mit den Heimsiegen gegen Debrecen und Budocnost. „Wir haben große Ziele. Mit einem Sieg im Pokal gegen Oldenburg können wir uns die Teilnahme am Final4 sichern.“
Für den Jugendbereich berichtete Yasmin Yusif-Hügle als ehemalige Jugendkoordinatorin. Höhepunkte seien der Finaleinzug der B-Jugend in Handewitt und die gewonnene Vizemeisterschaft der A-Jugend gewesen. „Wir haben kurzfristig das Final4 der A-Jugend ausgerichtet. Das war nicht selbstverständlich im laufenden Bundesliga-Betrieb“, zeigte sich die neue Sportliche Leiterin mit dem Erreichten zufrieden. Ebenso war sie stolz auf die ehemaligen A-Jugendspielerinnen Lara Müller, Lara Egeling und Felina Menne, die den Sprung in den Bundesliga-Kader geschafft haben.
Eine Auszeichnung für Alina Grijseels, die im Sommer dieses Jahres nach zwei Jahren in Metz und Bukarest zum BVB zurückgekehrt war, war ebenfalls Teil der Versammlung. Das Online-Portal Handball-World hatte in Zusammenarbeit mit dem Print-Magazin Bock auf Handball den Transfer-Hammer des Sommers gesucht. Die Leser und Leserinnen kürten die 29-Jährige klar zur Titelträgerin und damit zum wichtigsten Transfer der Alsco Handball Bundesliga Frauen der Spielzeit 2025/26.
Helmut Roßmaier, ehemaliger 2. Vorsitzender und Manager in den 1990er-Jahren unter Trainer Gustl Wilke, lobte den aktuellen Vorstand für die geleistete Arbeit: „Ihr habt es geschafft, was ich damals versucht habe.“ Dafür gab es Beifall von den Fans.
Zum Abschluss der Veranstaltung wurden Fans, Helfer, Spielerinnen, der Vorstand und auch Hans-Joachim Watzke erstmals zu einem anschließenden lockeren Beisammensein eingeladen, um sich auszutauschen und Fragen zu stellen. Die BVB-Fans nutzten diese Chance.