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Tess Wester beendet am Saisonende ihre Karriere

Nach 14 Jahren Bundesliga ist Schluss: Tess Lieder, seit Sommer 2023 Torhüterin der Handball-Damen von Borussia Dortmund, beendet nach dieser Saison ihre Karriere. Damit endet die Laufbahn einer der erfolgreichsten Torfrauen der Welt. Im Dezember 2019 wurde Tess Lieder mit dem Team der Niederlande Weltmeisterin und ins All-Star-Team der Handball-WM gewählt. Neben der Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro der Höhepunkt ihrer Karriere.

„Wir hätten Tess natürlich gerne behalten. Aber wir kommen ihrem Wunsch nach, ihre Karriere zu beenden. Das ist sehr schade für uns“, sagt Andreas Kuno, stellvertretender Abteilungsleiter der Borussinnen. Kuno und Abteilungsleiter Rupert Thiele hatten die Verpflichtung von Tess Lieder vor zwei Jahren bei einem Besuch im niederländischen Leistungszentrum Papendahl bei Arnheim perfekt gemacht. „Ich bin wirklich dankbar für die Zeit, aber auch etwas traurig, dass Tess bald nicht mehr für den BVB spielen wird – obwohl ich ihren Entschluss natürlich absolut verstehen kann“, sagte Rupert Thiele.

Tess Lieder hat lange überlegt, wie es nach der aktuellen Saison weitergehen soll. Am Ende waren es zwei schwere Verletzungen, die den Ausschlag gegeben haben, ihre erfolgreiche Karriere zu beenden. „Das letzte Jahr habe ich viele Gespräche geführt und über meine Karriere nachgedacht. Es war für mich klar: Sollte ich meine Karriere fortsetzen, würde das beim BVB sein. Als ich in der Saison-Vorbereitung den ersten Kopftreffer erlitten habe, war das schmerzhaft und enttäuschend für mich und die Mannschaft. Es war auch das erste Mal, dass eine Verletzung so viel Nachwirkung hatte auf mein privates Leben. Mein Fokus lag nur auf der Reha, um so schnell wie möglich wieder auf die Beine zu kommen“, erklärt Tess Lieder. 

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Nur wenige Monate später erwischte es die Torfrau dann erneut am Kopf. „Ich musste mir Gedanken machen über die Folgen. Was, wenn es nochmal passiert? Der BVB und die Ärzte haben mir klar die Spätfolgen dieser Art von Verletzungen aufgezeigt. Wenn die beiden Kopftreffer nicht gewesen wären, hätte es vielleicht anders ausgesehen. Jetzt aber freue ich mich riesig auf die nächsten Schritte in meinem Leben“, so Lieder.

Verständnis für die Entscheidung hatte auch BVB-Chefcoach Henk Groener. „Ich verstehe das und freue mich, dass Tess zwei Jahre für uns gespielt hat. Sie hat in dieser Zeit oft ihre großartige Präsenz gezeigt, auch im Training. Ich freue mich, dass sie nach ihren Verletzungen wieder in so großartiger Form spielt und bis zum Saisonende bei uns bleibt.“

Die 31-Jährige zeichnen nicht nur ihre phänomenalen Paraden aus, sondern auch ihre leidenschaftliche Art zu jubeln sowie ihre Fähigkeit, den Gegner mit einer unnachahmlichen Körpersprache zu beeindrucken. In den Niederlanden machte sie damit das ganze Land handballverrückt: Sie wurde zum Gesicht des niederländischen Frauenhandballs und war eine Inspiration für eine neue Generation von Handballerinnen. Lieder beendete ihre Nationalmannschaftskarriere im Sommer 2024.

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In nur zwei Jahren beim BVB entwickelte sich die 31-Jährige nicht nur zum Publikumsliebling und zum großen Rückhalt im Team von Chefcoach Henk Groener, sie war zusammen mit Torwart-Trainerin Clara Woltering auch eine wichtige Mentorin für Sarah Wachter. „Diese zwei Jahre waren für uns und für Sarah Wachter die perfekte Lösung“, sagt Andreas Kuno.

„Die Wachter-Wester-Woltering-Gruppe, so wie wir uns selbst genannt haben, war etwas ganz Besonderes. Es hat unglaublich gut zusammengepasst und wir haben uns immer gut verstanden. Wir haben sehr viel gelacht, aber auch sehr fleißig gearbeitet. Es ist sehr schade, dass wir in dieser Saison nicht immer zu dritt waren, weil Sarah und ich uns abwechselnd verletzt haben“, erklärt Lieder. 

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Tess Lieder, vor ihrer Heirat mit dem niederländischen Fußballer Mart Lieder unter ihrem Mädchennamen Wester bekannt, begann in ihrem Heimatort beim Verein Hugo Girls mit dem Handball. 2011 wechselte sie in die Handball Bundesliga Frauen und spielte beim VfL Oldenburg (2011-15) sowie bei der SG BBM Bietigheim (2015-18). Mit Oldenburg gewann sie 2012 den DHB-Pokal, mit Bietigheim holte sie 2017 die Deutsche Meisterschaft.

Im Sommer 2018 wechselte die Torhüterin zum dänischen Erstligisten Odense Håndbold. Mit Odense gewann sie 2021 die dänische Meisterschaft sowie 2020 den dänischen Pokal. In der Saison 2021/22 spielte sie beim rumänischen Spitzenklub CSM Bucuresti. Danach pausierte sie, wurde zum ersten Mal Mutter und unterschrieb im Sommer 2023 beim BVB. 

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