Stage Image Alternative Text

Spielbericht

Handballerinnen retten einen Punkt gegen Oldenburg

Eindrucksvoller Abschied von der Hauptrunde der Handball-Bundesliga der Frauen: Mit einem 27:27 (14:10) gegen den VfL Oldenburg vor 1340 Zuschauern in der ausverkauften Halle Wellinghofen beendeten Borussia Dortmunds Handballerinnen den über 22 Spiele laufenden ersten Teil der Saison 2024/25. 

Der BVB glänzte durch eine überragende Abwehrleistung in der ersten Hälfte, zog nach knapp 20 Minuten auf vier Tore davon, lag in der Schlussphase aber sogar zurück. Kelly Vollebregt schaffte zwei Sekunden vor dem Abpfiff den Ausgleich zum 27:27. Trotz großer Personalengpässe erkämpfte sich der BVB damit einen Punkt in einem begeisternden Spiel zweier Mannschaften auf Augenhöhe. Die Bestnoten verdienten sich auf beiden Seiten die Torfrauen Sarah Wachter und Madita Kohorst.

Ausgangslage: Der zweite Platz nach Beendigung der Hauptrunde war dem BVB bereits vor dem Anwurf gegen den VfL Oldenburg nicht mehr zu nehmen. „Wir wollen den Fans trotzdem noch mal etwas bieten, da spielt es keine Rolle, dass wir Platz zwei nicht mehr verlieren können“, sagte Coach Henk Groener vor dem Anpfiff. Für Oldenburg ging es dagegen darum, Platz sechs gegenüber der TuS Metzingen zu verteidigen – oder im besten Fall sogar auf den fünften Rang vorzurücken. 27-mal waren der BVB und Oldenburg bislang in der Bundesliga und im DHB-Pokal aufeinandergetroffen. Davon gingen die Borussinnen 15-mal als Siegerinnen vom Parkett, zehnmal die Niedersachsen. Zweimal gab es ein Unentschieden. Das Hinspiel in Oldenburg Anfang Januar gewannen die Borussinnen äußerst knapp mit 28:27.

Personalien: Trainer Henk Groener musste gleich auf beide etatmäßigen Kreisläuferinnen verzichten: Während Emma Olsson seit vier Wochen an einer im DHB-Pokal Final4 gegen Bensheim zugezogenen Knieverletzung laboriert, musste sich Lisa Antl am Donnerstag einer Zahn-OP unterziehen. Kapitänin Alicia Langer fehlte wie schon beim 28:27-Sieg in Bensheim krankheitsbedingt. Auch Lena Degenhardt stand nicht zur Verfügung. Weiterhin nicht dabei war Lena Hausherr (Kreuzbandriss).

Spielverlauf: Die Borussinnen legten gut los: Obwohl kaum Zeit zur Vorbereitung auf das Spiel gegen Oldenburg zur Verfügung stand – die Mannschaft war erst Donnerstagnacht um 2 Uhr aus Bensheim zurückgekehrt – war von der ersten Minute an zu spüren, dass die Schwarzgelben das Spiel in den Griff bekommen wollten. Keine leichte Aufgabe, mussten doch nicht nur Olsson und Antl am Kreis ersetzt werden, sondern auch noch Langer und Degenhardt im Rückraum. Henk Groener hatte sich dazu entschieden, Deborah Lassource als Kreisläuferin aufzustellen.

Oldenburg hielt besonders mit seiner bekannt starken Abwehr gut dagegen. Nach sechs Minuten stand es gerade mal 2:0 für den BVB. Die Oldenburgerin Merle Lampe schaffte erst nach sieben Minuten das erste Tor für die Gäste zum 1:2-Anschlusstreffer. Tore blieben in diesem von beiden Seiten hektisch geführten Tempospiel auch in der Folge Mangelware. Oldenburg mit der gut aufgelegten Ex-Borussin Madita Kohorst im Tor zeigte sich bestens vorbereitet auf den BVB, fing immer wieder Bälle ab. Merle Lampe glich nach zehn Minuten zum 3:3 aus.

Nach 18 Minuten hieß es 6:6. Grund genug für Henk Groener, eine erste Auszeit zu nehmen. Der Coach forderte mehr Bewegung im Angriff – auch ohne Ball. Torfrau Sarah Wachter setzte das sofort um: Mit einem tollen Pass über das komplette Spielfeld auf Kelly Vollebregt zog der BVB auf 9:6 davon (20.). Der Zwischenspurt ging weiter: Erneut war es Kelly Vollebregt, die zum 12:7 erhöhte (23.). Oldenburg rieb sich weiter im Angriff gegen die sattelfeste BVB-Abwehr auf, scheiterte allein im ersten Durchgang zweimal per Siebenmeter an Sarah Wachter. Auf der anderen Seite parierte Madita Kohorst einen Siebenmeter gegen Dana Bleckmann. Mit einem Vier-Tore-Vorsprung beim Stand von 14:10 ging es in die Pause.

Inline Image

Im zweiten Durchgang hatte Henk Groener Lara Egeling auf Linksaußen gebracht, die auf 16:12 (33.) erhöhte, im Rückraum kam Carmen Campos zum Einsatz. Auf der anderen Seite brachte Oldenburg-Coach Niels Bötel Nationalspielerin Toni-Luisa Reinemann auf Rückraum links. Die Konzentration und der Spielfluss gingen verloren, das Rückzugsverhalten war schwach. Nur gut, dass Sarah Wachter gegen Merle Lampe ihren dritten Siebenmeter hielt. Die bissig agierenden Oldenburgerinnen waren nach 40 Minuten bis auf ein Tor beim 17:18 wieder dran.

In die Crunchtime ging es mit 22:20 für den BVB. Damit war aber noch nichts entschieden. Als Pam Korsten per Siebenmeter auf 22:23 (53.) verkürzte, betrug der Vorsprung des BVB nur noch ein Treffer. Vier Minuten vor dem Schlusspfiff war es Reinemann, die Oldenburg mit 26:25 zum ersten Mal an diesem Abend in Führung brachte. Nach dem 27:26 durch Marie Steffen war die Partie 90 Sekunden vor Schluss für den BVB fast schon verloren, ehe Kelly Vollebregt zwei Sekunden vor dem Abpfiff noch den umjubelten Ausgleich zum 27:27 erzielte. 

Inline Image

Stimmen zum Spiel:

Sarah Wachter:
 „Am Ende sind wir froh, dass wir noch den Punkt geholt haben. Madita Kohorst hat es uns schwer gemacht. Für die Play-offs haben wir das Ziel, bis ins Finale zu kommen. Manchmal tun wir uns aber schwer, das müssen wir abstellen. Wir brauchen auch mal einfache Spiele, die wir mit zehn Toren gewinnen.“

Henk Groener: „Es ist kein gewonnener oder verlorener Punkt, sondern ein geteilter Punkt. In der ersten Hälfte haben wir die Abwehr super auf die Reihe bekommen, im zweiten Durchgang war das nicht mehr so. Dazu haben wir vorne viele Chancen liegengelassen. Allerdings muss man auch bedenken, dass wir ohne fünf Leistungsträgerinnen gespielt haben. Insgesamt haben wir super gekämpft, das ist es aber auch, was die Mannschaft auszeichnet. Deshalb bin ich auch froh über diesen Punkt.“

Ausblick: Am Karsamstag (19. April) beginnt das erste Spiel der Play-offs. Dann trifft das Team von Henk Groener in Wellinghofen auf die TuS Metzingen. Eine Woche später findet das Rückspiel statt. Die genauen Anwurfzeiten stehen noch nicht fest.

Handball-Damen: Wachter, Lieder; Abbingh (1), Campos Costa (1), van Maurik (2), Kusian, Lassource (2/1), Sasaki (5), Husebo (2), Vollebregt (5), Egeling (1), Heimann, Bleckmann (8)

Weitere News