Story
Zum 70. Geburtstag von Rüdiger Abramczik
Am 18. Februar 1956 erblickte Rüdiger Abramczik im Gelsenkirchener Stadtteil Erle das Licht der Welt. Von 1966 bis 1980 sowie in der Saison 1987/88 spielte er für Schalke 04, zunächst in der Jugend, dann in der Bundesliga, als zunächst jüngster Spieler überhaupt. Der Rechtsaußen war berühmt für seine Flanken. Eine davon führte am 16. November 1977 zum Fallrückzieher-Treffer seines Freundes Klaus Fischer im Länderspiel Deutschland gegen Schweiz, das später zum „Tor des Jahrhunderts“ der deutschen Länderspielgeschichte gewählt wurde.
Im Sommer 1980 wechselte Abramczik von Schalke 04 zu Borussia Dortmund. Er ist einer von nur 15 Spielern, die den direkten Weg von S04 zum BVB oder umgekehrt gegangen sind. „Ich bin aber nicht dorthin, weil ich mehr Geld wollte, sondern weil Schalke Geld brauchte“, sagte Abramczik in einem Interview mit dem kicker: „Ich hätte ja für weniger Geld unterschrieben, aber die Schalker sagten: Bitte tu uns den Gefallen und geh nach Dortmund, damit wir von dem Geld wieder ein bisschen leben können.“
Beinahe wäre der FC Bayern noch dazwischen gegrätscht und hätte den Wechsel verhindert. Doch der bodenständige Abramczik stand zu seinem Wort. „Ich hatte mich mit BVB-Präsident Reinhard Rauball unterhalten, er war sehr nett und fair“, so Abramczik gegenüber dem kicker: „Ich hatte ihm mein Wort gegeben, zu wechseln. Abends riefen mich dann die Bayern an. Kalle Rummenigge, Paul Breitner, Dieter Hoeneß und natürlich auch Uli Hoeneß, der gesagt hat: Komm, wir holen dich morgen mit dem Flieger ab. Da habe ich nachts schlecht geschlafen, aber am nächsten Morgen den Uli angerufen und abgesagt.“
102 Spiele machte Rüdiger Abramczik für Borussia Dortmund – in jedem zweiten war er an einem Treffer beteiligt! 34 Tore und 24 Vorlagen standen nach drei Jahren zu Buche. Mit Manfred Burgsmüller verband ihn eine enge Freundschaft. Insgesamt absolvierte Abramczik in seiner Karriere 448 Spiele (122 Tore), die mit Abstand meisten für Schalke 04 (237/58).
Boris Rupert