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Nachbericht

Kovac: „Wir haben den Gegner in den eigenen Sechzehner gedrängt“

Mit mindestens acht Punkten Vorsprung auf den Tabellendritten und mit elf Zählern Abstand zum Fünften geht Borussia Dortmund in die Länderspielpause. In einer spektakulären zweiten Halbzeit setzte der BVB am Samstagabend im Heimspiel gegen den HSV nochmal ein dickes Ausrufezeichen, machte aus einem 0:2 ein 3:2.

„Also, wenn irgendjemand gedacht hat, dass wir die Saison so ausklingen lassen“, sagte Geschäftsführer Lars Ricken nach Abpfiff der 90 Minuten – und brach den Satz ab. Stattdessen betonte er: „Ich glaube, heute haben wir das Gegenteil gezeigt.“ Wie sich die Mannschaft nach einer weitgehend ideenlosen und fehlerbehafteten ersten Hälfte aufraffte, nach Wiederbeginn nicht auf eine Initialzündung von außen wartete, sondern selbst das Stadion elektrisierte, war bemerkenswert.

„Es geht immer lauter, aber es geht auch leiser“, beschrieb Niko Kovac seine Halbzeit-Ansprache: „Ich denke, ich habe den guten Ton gefunden. Es war sicherlich sehr deutlich in der Art und Weise. Wir haben viele Sachen angesprochen, die nicht gut waren, und all das hat dann in der zweiten Halbzeit dazu geführt, dass die Jungs dann letzten Endes ihr wahres Gesicht gezeigt haben.“

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15:0 Torschüsse in der zweiten Halbzeit, ein Spiel auf ein Tor und der höchste je gemessene xGoals-Wert, also die Addition der angesichts der Qualität der jeweiligen Torchance erwartbaren Treffer – mit Wucht rollte Borussia über den Gegner hinweg, ließ ihm keine Zeit zum Atmen. „Die beiden Elfmeter, die es dann gab, die provozierst du nur, wenn du in die Box reingehst, wenn du den Gegner stresst – und das haben wir getan“, erläuterte Niko Kovac.

Wenn der Hamburger SV nicht den gebürtigen Bochumer Daniel Heuer Fernandes, der 2010 ein A-Jugend-Jahr beim BVB verbrachte, zwischen den Pfosten gehabt hätte, wäre es womöglich ein Kantersieg geworden. Der 33-Jährige wehrte reihenweise Bälle ab, die 81.365 Zuschauer im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK schon „drin gesehen“ hatten.

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Ob die Leistung der Mannschaft in der zweiten Halbzeit „nahe der Perfektion“ gewesen sei, wollte ZDF-Moderatorin Lili Engels von Niko Kovac wissen. Antwort: „Das war schon ziemlich nah dran, denn wir haben den Gegner in den eigenen Sechzehner gedrängt, wir haben nichts mehr zugelassen. Ich glaube, sie kamen kein einziges Mal mehr vor unser Tor.“

Nach der Länderspielpause geht es für Borussia Dortmund nach Stuttgart, wo man zwischen 2010 und 2023 nur eins von elf Gastspielen verloren hatte. Doch zuletzt gab es für den BVB gegen den VfB kaum etwas zu holen, ist er seit mittlerweile sieben Pflichtspielen sieglos.

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Ein guter Anlass für die Mannschaft, auch diesen Fakt geradezurücken und das nächste Ausrufezeichen in eigener Sache zu setzen…
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