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Borussia Dortmund erinnert an Mehmet Kubaşık
Rund um das Bundesliga-Heimspiel am Samstag-Nachmittag gegen Bayer Leverkusen setzte Borussia Dortmund ein besonderes Zeichen des Erinnerns und der Verbundenheit. Gemeinsam mit ihrer Familie war Gamze Kubaşık im Stadion, um an das Schicksal ihres Vaters Mehmet Kubaşık zu erinnern.
Im Rahmen des Spieltags entstand ein gemeinsames Foto vor dem Graffiti zu Ehren von Mehmet Kubaşık unter der Südtribüne. Zudem war Gamze Kubaşık am Rasenrand im Gespräch mit Stadionsprecher Norbert Dickel zu sehen und traf dort auch auf die Geschäftsführung von Borussia Dortmund. Ein besonders bewegender Moment folgte beim Einlauf der Mannschaften: Gamzes Sohn Mehmet durfte den Platz gemeinsam mit BVB-Kapitän Nico Schlotterbeck betreten.
Darüber hinaus waren im Stadion angepasste „Borussia verbindet“-Banden zu sehen. Sie trugen ein bekanntes Zitat von Mehmet Kubaşık – „Heute spielt Heimat. Heute spielt Dortmund.“ – sowohl auf Deutsch als auch auf Türkisch und unterstrichen damit die Botschaft von Zusammenhalt, Erinnerung und Vielfalt.
„Das Gedenken an Mehmet Kubaşık ist ein schmerzhaftes, aber notwendiges und wichtiges Erinnern. Borussia Dortmund trägt Verantwortung weit über den Fußball hinaus, vor allem für seine Fans, Mitglieder und die Menschen in der Stadt. Wir stehen an der Seite der Opfer des NSU-Terrors und ihrer Angehörigen, ganz besonders an der Seite von Familie Kubaşık. Und wir vergessen nicht, dass dieser Mord mitten unter uns in Dortmund geschah.
Das Engagement des BVB im Rahmen von "Borussia verbindet" bedeutet vor allem, Haltung zu zeigen: gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Form von Diskriminierung. Unser Gedenken ist daher nicht nur ein Akt der Erinnerung, sondern ein klares Bekenntnis zu einer offenen, solidarischen und vielfältigen Stadtgemeinschaft – und gegen rechtsextremen Terror, Ausgrenzung und Demokratiefeindlichkeit“, erklärt BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke.
Am heutigen Samstag (4. April) beteiligte sich die Familie am Aufruf des Bündnisses „Tag der Solidarität – Kein Schlussstrich Dortmund“ zudem an einem besonderen Gedenken. Ausgehend von Kubaşıks Kiosk führte ein Demozug hin zum Mahnmal der NSU-Opfer am Nordausgang des Dortmunder Hauptbahnhofs. Dort fand im Anschluss eine Kundgebung statt, auf der unter anderem Mehmets Tochter Gamze Kubaşık sprach.