Nachricht
Relegation 86: Aufbruchstimmung ersetzt Abstiegsangst
Um das nach 0:2 und 3:1 notwendig gewordene Entscheidungsspiel hatte es eine Posse kaum vorstellbaren Ausmaßes gegeben. Der Gegner zog alle Register, trat am 23. Mai nicht an, sondern meldete dem DFB zwölf Spieler als nicht einsatzfähig. Der BVB wurde von der Absetzung kalt erwischt, und für die Fans war klar: ein taktisches Manöver, um die Euphorie, die Wegmanns 3:1 in Fußball-Dortmund ausgelöst hatte, auszubremsen.
Am 30. Mai wurde dann gespielt. Unter den 50.000 Zuschauern im Düsseldorfer Rheinstadion waren 40.000 BVB-Fans. Die zitterten anfänglich um ihre Mannschaft, doch Dirk Hupe erzwang in der 31. Minute das 1:0. Ein Doppelschlag von Michael Zorc und Ingo Anderbrügge unmittelbar zu Beginn der zweiten Halbzeit beruhigte die Nerven und stellte die Weichen. Am Ende stand ein 8:0 auf der Anzeigetafel.
„Mit dem Wissen von heute kann man feststellen, dass die erfolgreiche Relegation für Borussia Dortmund ein Glücksfall war“, sagte BVB-Idol Michael Zorc in einer Rückschau: „Es gab eine regelrechte Solidarisierungswelle der Menschen in Dortmund mit dem BVB, die in der schwarzgelben Karawane zum Entscheidungsspiel nach Düsseldorf erstmals auch ein optisch erkennbares Massenphänomen war. Der Grat, auf dem wir damals balancierten, war allerdings sehr, sehr schmal.“
Der Fast-Absteiger von 1986 stürmte ein Jahr später in den UEFA-Cup und gewann 1989 den DFB-Pokal, 1995 und 1996 die Deutsche Meisterschaft sowie 1997 die UEFA Champions League.
Boris Rupert
Borussia und die „magische 6“ – im Jahr 2026 stehen u.a. diese Jubiläen an: Deutsche Meisterschaft 1956, Europapokalsieg 1966, Aufstiegs-Relegation 1976, Abstiegs-Relegation 1986
Bereits veröffentlicht
Europapokal 66: Libudas Heber für die Ewigkeit
Relegation 86: Jürgen Wegmann rettet den BVB