Spielbericht
Handballerinnen verlieren im Siebenmeterwerfen gegen Nykøbing
Ausgangslage:
Die Borussia, Tabellendritter in der Bundesliga, hatte zuletzt in der Bundesliga auswärts einen Sieg bei der HSG Bad Wildungen eingefahren.
Personalien:
Pünktlich zum Halbfinale meldete sich Kapitänin Alina Grijseels nach ihrem überstandenen Fingerbruch zurück, nahm zunächst aber auf der Bank Platz.
Spielverlauf:
Zu Beginn entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, dem vor allem Dana Bleckmann ihren Stempel aufdrückte. Als sie in der siebten Minute zum 3:3-Ausgleich traf, war sie die bis dahin einzige Torschützin für den BVB. Beide Mannschaften begannen nervös und leisteten sich einige Ballverluste, das Tempo war jedoch hoch. Ein Doppelschlag von Frida Rønning sorgte für die erste BVB-Führung, wobei Nykøbing binnen weniger Sekunden sofort wieder auf Unentschieden stellte.
Nach einer Viertelstunde stand es 9:8 für Schwarzgelb, Zoë Sprengers konnte den Vorsprung kurz danach zum ersten Mal auf zwei Treffer erhöhen. Nach einem Zauberanspiel von Frida Rønning und einem feinen Heber von Lisa Antl (11:8) nahm Nykøbing-Coach Jakob Larsen die erste Auszeit.
Anschließend schlug die Stunde von Torhüterin Yara ten Holte. Die Niederländerin glänzte mit mehreren Paraden, unter anderem einem gefangenen Wurf. Die Däninnen nutzten allerdings eine Zeitstrafe gegen Lisa Antl gut aus und verkürzten den Rückstand zunächst wieder auf zwei Treffer (12:14, 27.). In der Folge gab der BVB wieder den Ton an und ging mit einem 17:13 in die Pause.
Den zweiten Durchgang eröffnete der BVB mit Lena Hausherrs erste Tor von der Siebenmeterlinie. Yara ten Holte war in dieser Phase der Begegnung nur schwer zu überwinden, der Vorsprung pendelte sich bei vier Treffern ein. Anschließend verloren die Borussinnen allerdings den Faden, sodass die Däninnen die Partie innerhalb von wenigen Minuten drehen konnten und in der 46. Minute plötzlich mit 23:22 in Front lagen. Vor gut 1100 Fans entwickelte sich im Raiffeisen-Sportpark in Graz ein packender Krimi. In dem behielt zunächst Zoë Sprengers zweimal die Nerven, zehn Minuten vor dem Ende besorgte Alina Grijseels vom Kreis das 27:24.
Nykøbing ließ sich jedoch nicht abschütteln und sieben Minuten vor Schluss stand es Unentschieden (27:27). Danach ging es hin und her. Kurz vor dem Abpfiff gab es noch eine allerletzte Gelegenheit für den BVB, das Spiel für sich zu entscheiden. Der Versuch von Frida Rønning segelte jedoch über das Tor, sodass es in die Verlängerung ging.
Beide Mannschaften schenkten sich nun nichts mehr, es wurde um jeden Zentimeter gekämpft. Beim Stand von 30:30 wechselten die Teams nach den ersten fünf Minuten die Seiten. Intensiv ging es auch in der zweiten Hälfte der Verlängerung weiter. Kurz vor dem Abpfiff hatte der BVB erneut eine große Chance, aber der Pass von Grijseels auf Emma Olsson kam nicht an. Im Gegenstoß musste Yara ten Holte ihr Team mit einer Glanzparade in das Siebenmeterwerfen retten.
Dort war ten Holte wieder zur Stelle, der BVB war nach den ersten drei Würfen im Vorteil. Doch leider vergaben Dana Bleckmann, Haruno Sasaki und Alina Grijseels.
Stimmen:
Kapitänin Alina Grijseels: „Wir haben eine sehr gute erste Hälfte gespielt und zwischenzeitlich mit fünf Toren geführt. Danach war es ein sehr ausgeglichenes Spiel, in dem es immer hin und her ging. Wir haben es nicht mehr geschafft, so offensiv von den Halbpositionen zu decken, wie wir uns das vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit hätten wir cleverer spielen müssen. Ein Siebenmeterwerfen ist immer auch ein bisschen Glückssache. Jede, die geworfen hat, hat alles gegeben. Und auch im Spiel vorher können wir uns wenig vorwerfen.“
Torhüterin Yara ten Holte: „Die Enttäuschung ist unfassbar groß. Tränen sind geflossen und es tut auch einfach weh, dass man im Siebenmeterwerfen verliert. Wir haben als Mannschaft gekämpft, und ich konnte dem Team mit einigen Paraden helfen. Im Handball ist alles möglich. Das haben wir auch selbst schon in der European League zu unseren Gunsten erlebt. Leider war es diesmal der Gegner, der gewonnen hat.“
Ausblick: Am Sonntag geht es im Spiel um den dritten Platz gegen den Thüringer HC. Der Bundesliga-Konkurrent verlor sein Halbfinale gegen den zweiten dänischen Teilnehmer am Final Four, Ikast, klar mit 26:31 (10:17). Anwurf ist um 15.30 Uhr, DAZN überträgt die Partie live.
Handball-Damen: Moth, ten Holte, Kohorst; Grijseels (4), Sprengers (5), Hausherr (5/5), Kusian (2), Ossenkopp (3), Olsson, Rønning (3), Bleckmann (7), Garovic, Antl (3), Sasaki, van Kreij
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