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Lena Hausherr über den Zuschauerrekord: „Der Tag war einfach perfekt!“
Das Rekordspiel liegt nun ein paar Tage zurück. Hast Du dieses außergewöhnliche Erlebnis schon verarbeiten können?
„Nein, noch nicht. Langsam wird mir bewusst, was wir da am Sonntag geschafft und erlebt haben. Aber wenn ich mir die Videos und Fotos aus der Halle jetzt anschaue, kann ich es immer noch kaum glauben.“
Welcher Moment ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?
„Da habe ich direkt zwei Momente im Kopf: Kurz bevor wir eingelaufen sind, haben wir schon unter der Tribüne in der Halle gewartet und es wurde ‚You‘ll Never Walk Alone‘ gespielt. Ich verbinde mit dem Lied die Fankultur des BVB und großen Sport, deshalb bedeutet mir das Lied sehr viel. Ich habe diesen Moment einfach nur genossen und hatte beinahe Tränen in den Augen. Der zweite Moment war das Einlaufen vor dem Spiel. Wenn Dir mehr als 11.000 Fans zujubeln, ist das einfach nur Gänsehaut pur. Das war etwas ganz Besonderes, und ich werde mich immer an dieses Gefühl erinnern.“
Du bist gebürtige Dortmunderin. Wie viele Verwandte und Freunde waren dabei und wie haben sie alles wahrgenommen?
„Gefühlt waren meine gesamte Verwandtschaft und mein Freundeskreis mit Ausnahme meiner Großeltern dabei. Das wäre für sie wahrscheinlich ein bisschen zu viel Trubel gewesen. Es ist einfach schön, solche Erlebnisse teilen zu dürfen. Für sie alle war das ebenfalls ein wahnsinnig tolles Event, und es macht mich glücklich, dass sie mich so unterstützen.“
Wie hast Du in der Nacht nach dem Spiel geschlafen?
„Ich habe tatsächlich in der Nacht nach dem Spiel deutlich weniger und schlechter als in der Nacht vor dem Spiel geschlafen. Ich war ziemlich aufgewühlt, völlig glücklich und ungläubig über das, was da passiert ist. Ich habe viele Szenen des Spiels nochmal durchlebt und konnte deswegen überhaupt nicht schlafen. Der Tag war einfach perfekt!“
Du hast das Spiel zunächst von der Bank aus beobachtet. Wie war das und wie hast Du dann alles auf der Platte empfunden?
„Auf Bank ist meine Nervosität erst ein bisschen angestiegen, weil ich dort gesehen habe, wie voll die Halle ist. Es hat dann aber nur noch in den Fingern gekribbelt, ich wollte unbedingt aufs Spielfeld, Handball spielen und die Stimmung aufsaugen. Als ich auf die Platte kam, war es einfach nur noch geil. Jede gelungene Aktion mit so vielen Schwarzgelben im Rücken zu feiern, hat einfach nur Bock gemacht. Ich hatte das Gefühl, dass wir in diesen Momenten viele Fans für den Frauenhandball begeistert haben. Solche Emotionen habe ich vorher noch nicht gespürt.“
Sportlich war das Spiel auch ein voller Erfolg. Wie ordnest Du die Leistung ein?
„Der Sieg und damit der erste Platz in der Gruppe war enorm wichtig. Zum einen, weil wir im Viertelfinale damit einen Gruppenzweiten als Gegner bekommen, zum anderen für den Rückenwind, den er uns gegeben hat. Ich denke, wir haben uns in der European League stetig gesteigert und konnten die Gruppenphase damit völlig zurecht mit dieser guten Leistung abschließen. Als in der ersten Hälfte die Nerven noch ein bisschen angespannt waren, hat uns Yara ten Holte mit ihren Paraden den Rücken freigehalten. Nach der Pause haben wir dann insgesamt viel befreiter gespielt und uns von der Halle tragen lassen.“
Wie könnt Ihr jetzt bis zum Spiel gegen Bensheim am Samstag wieder den nötigen Fokus finden?
„Das wird eine große Herausforderung, der wir uns allerdings alle bewusst sind. Das Spiel am Sonntag hat zwar auf der einen Seite viel Energie freigesetzt, danach braucht es aber trotzdem ein paar Tage, um alles zu verarbeiten. Es kommt uns gelegen, dass wir diese Woche am Mittwoch nicht spielen. So hatten wir nach dem Spiel ein bisschen Zeit, um runterzufahren. Jetzt müssen wir die Aufmerksamkeit wieder voll auf die Bundesliga lenken. Wir haben aus dem Pokalspiel gegen Bensheim noch etwas gutzumachen… Ich hoffe, dass wir in der Westfalenhalle viele Fans begeistern konnten, die uns zukünftig auch in Wellinghofen unterstützen werden!“
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