Vorbericht
Handball-Damen treffen auf das nächste Weltklasse-Team
Ausgangslage
Gemessen an den ersten Resultaten in der Gruppe A in der Champions League, gehen die Gastgeberinnen aus Brest klar favorisiert ins Spiel. Während der BVB mit 24:33 das Heimspiel gegen Team Esbjerg verlor, setzten sich die Französinnen mit 29:25 beim norwegischen Vertreter Sola Håndballklubb durch. In der französischen Liga, der Division 1, rangiert Brest Bretagne auf dem zweiten Tabellenplatz, leistete sich aber am letzten Spieltag eine 26:27-Niederlage bei Plan de Cuques. Beim BVB sah die Sache schon besser aus. Mit dem 31:26-Sieg am Mittwochabend im Spitzenspiel bei der HSG Bensheim/Auerbach verbesserte sich der BVB nicht nur auf Rang zwei in der Tabelle, sondern zeigte auch sein bislang bestes Saisonspiel.
„Der Sieg in Bensheim war wichtig, er gibt uns ein gutes Gefühl. Natürlich fehlen noch einige Automatismen, wir hätten den Vorsprung noch klarer nach Hause spielen müssen. Aber unsere offensive Deckung funktionierte gut, das Tempo war hoch. Natürlich gab es Phasen, da müssen wir reifer rauskommen“, kommentierte Borussen-Coach Kay Rothenpieler den dritten Sieg am dritten Spieltag.
Ausgesprochen realistisch zeigt sich Rothenpieler in Sachen Ziele für das EHF Champions League-Spiel in Brest: „Wir wollen dort anschließen, wo wir in der zweiten Hälfte gegen Esbjerg aufgehört haben. Aber wir wissen natürlich: Brest ist stark, wir spielen auswärts, und es ist die Königsklasse. Auf jeden Fall wollen wir uns aber gut verkaufen, besser als gegen Esbjerg. Wir fahren mit einem guten Gefühl nach Brest, und wollen auch mit einem guten Gefühl zurückkommen.“
Personal
BVB-Coach Rothenpieler muss weiter auf das Trio Emma Olsson (Oberschenkel), Pam Korsten (Knie) und Lena Hausherr (Knie) verzichten.
Gegner
Die größten Stärken der mit Nationalspielerinnen und Olympiasiegerinnen bestückten Französinnen sieht Rothenpieler im Rückraum mit der wurfstarken Tamara Horacek auf Rückraum Mitte, der deutschen Nationalspielerin Annika Lott auf Rückraum Links sowie auf der Kreisläufer-Position mit Onacia Ondono. „Sie kommen sehr gut über den Kreis“, sagt Rothenpieler nach Analyse des ersten Gruppenspiels gegen Sola HK. Mit acht Treffern war Ondono beste Torschützin, gefolgt von Horacek mit fünf Treffern. Mit vier Treffern überzeugte auch Nationalspielerin und Olympiasiegerin Méline Nocandy (Rückraum Mitte). Sie lenkt und steuert das Spiel von Brest Bretagne.
Trainer Tomas Hlavatý, zuletzt für wenige Monate bei der insolventen HB Ludwigsburg beschäftigt, trat im Sommer ein schwieriges Erbe an – und das als erster ausländischer Trainer überhaupt in der Vereinsgeschichte von Brest Bretagne. Das vorherige Trainerduo um Raphaëlle Tervel und Sandrine Mariot, Weltmeisterinnen von 2003, verließ den Klub trotz sportlicher Erfolge überraschend.
Merel Freriks muss es wissen
Zwei Jahre lang spielte die Niederländerin von Sommer 2022 bis Sommer 2024 für Brest Bretagne, verletzte sich in dieser Zeit am Kreuzband. Sie fiel lange aus, kämpfte sich wieder heran und blickt jetzt mit Respekt auf die zwei Jahre am französischen Atlantik zurück. „Brest ist eine absolute Topmannschaft auf europäischer Bühne. Ich habe dort viel gelernt. Wir müssen schon gut spielen, wenn wir dranbleiben wollen“, sagt Merel Freriks.
„Ich denke, noch läuft es in Brest nicht so gut wie erhofft“, so Freriks weiter. „Brest spielt dennoch einen unglaublich schnellen Handball nach vorn, was aber allgemein üblich ist in Frankreich. Das Zusammenspiel von Rückraum und Kreis ist perfekt“, erklärt die 28-Jährige, die zunächst vor sieben Jahren als junge Spielerin von der HSG Bensheim/Auerbach zum BVB gewechselt und in diesem Jahr dann nach Dortmund zurückgekehrt war. Freriks ist zuversichtlich, was das Spiel am Samstag angeht. Sie sagt aber auch, dass es einer gewaltigen Steigerung gegenüber dem Spiel gegen Esbjerg bedarf: „Wir müssen von Beginn an besser da sein. Das ist ganz wichtig. Ich denke aber, dass wir gut vorbereitet in die Partie in Brest gehen.“
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