Stadion Rote Erde in den 1950er-Jahren.

Historie des Stadions Rote Erde

Das Stadion Rote Erde in Dortmund, dessen Namensgebung sich von „gerodeter Erde“ ableitet, wurde zwischen 1924 und 1926 erbaut und am 6. Juni 1926 eröffnet. Ursprünglich als Mehrzweckstadion konzipiert, diente es sowohl dem Fußball als auch der Leichtathletik. Mit einer Kapazität von etwa 25.000 Zuschauern und einer Laufbahn um das Spielfeld war es zu dieser Zeit ein moderner Sportkomplex.

Neben klassischen Sportveranstaltungen fanden im Stadion Rote Erde unter anderem 1926 eine Schachpartie mit Menschen, der Katholikentag 1927 und Boxwettkämpfe statt.

Baustelle des Stadions Rote Erde, 1925.

Heimspielstätte des BVB ab 1937

Borussia Dortmund zog zur Saison 1937/1938 in das bis heute städtische Stadion um und nutzte dieses als Heimspielstätte. Es war der Ort, an dem der BVB in den 1930er- und 1940er-Jahren den Grundstein für seine späteren Erfolge legte. Ein Höhepunkt war der Gewinn der Westfalenmeisterschaft 1947.

In den 1950er-Jahren erlebte das Stadion einige der glanzvollsten Momente des Vereins. Borussia Dortmund gewann 1956 und 1957 die Deutsche Meisterschaft, wobei die Heimspiele in der Oberliga West, die zu diesen Erfolgen führten, im Stadion Rote Erde stattfanden.

Am 4. Dezember 1963 fand im Stadion Rote Erde das Jahrhundertspiel von Borussia Dortmund statt. Gegen Benfica Lissabon um den damaligen Star Eusebio gelang dem BVB vor ausverkauftem Stadion mit 5:0 ein Überraschungssieg.

Während der Europapokalsaison 1965/66, die mit dem Gewinn des Europapokals der Pokalsieger 1966 endete, trug die Mannschaft ihre Heimspiele in diesem Stadion aus.

Zwischenzeitlich verfügte das Stadion in den 1960er-Jahren aufgrund einer zusätzlich aufgebauten Holz-Stehtribüne über eine Kapazität von 42.000 Zuschauern.

Luftbild des Stadions Rote Erde, 1952.

Neubau des Westfalenstadions 1974

Nach dem Bau des Westfalenstadions (heute SIGNAL IDUNA PARK) zog Borussia Dortmund am 2.4.1974 in die neue Spielstätte um. Das Stadion Rote Erde wurde fortan vor allem für Spiele der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund sowie für Leichtathletikveranstaltungen genutzt.

Unzählige Dortmunder Schülerinnen und Schüler trugen und tragen im altehrwürdigen Stadion die Bundesjugendspiele aus. Viele Jahre konnten zudem BVB-Fans im Stadion Rote Erde die Südtribünenmeisterschaft, ein Hobbyfußballturnier für BVB-Fans, stattfinden lassen.

Auch der Biergarten im nördlichen Teil lädt nicht nur an Heimspieltagen des BVB zum Verweilen ein.

Das 1974 fertiggestellte Westfalenstadion neben dem Stadion Rote Erde. Bildquelle: Gerd Kolbe.

Seit 2022 Heimat der BVB-Frauen

Seit der Saison 2022/23 ist das Stadion Rote Erde zudem die Heimspielstätte der BVB-Frauen.

Aktuell ist die Kapazität aufgrund behördlicher Vorgaben auf 10.000 Zuschauer begrenzt. Diese konnten die BVB-Frauen erstmalig in der Saison 2024/25 beim Revierderby gegen den FC Schalke 04 im Meisterschaftskampf in der Westfalenliga vollständig ausreizen, was gleichzeitig einen neunen Zuschauerrekord für ein Spiel der BVB-Frauen darstellte.

Das Stadion Rote Erde ist nicht nur ein Ort mit großer sporthistorischer Bedeutung, sondern auch ein Symbol für die Anfänge und die Entwicklung des Fußballs in Dortmund. Es bleibt ein wichtiger Teil der Vereinsgeschichte.

Stadion Rote Erde beim ersten Frauen-Revierderby der Geschichte.
Stadion Rote Erde bei einem Spiel in den 1950er-Jahren.