Die Aktionäre der Borussia Dortmund GmbH und Co. KGaA blickten am Montag auf der Hauptversammlung der Gesellschaft in der Westfalenhalle auf das Geschäftsjahr 2022/2023 zurück und stützten den Kurs der Geschäftsführung mit überragender Zustimmung.

„In wirtschaftlicher Hinsicht war das vergangene Jahr ein Schritt zurück zur Normalität“, stellte der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Christian Kullmann, fest. Eine Selbstverständlichkeit sei die Rückkehr in die Gewinnzone angesichts der angespannten globalen Wirtschaftslage jedenfalls nicht gewesen. Und so betonte Hans-Joachim Watzke, Vorsitzender der Geschäftsführung: „Das Tal der Corona-Tränen, das uns 161 Millionen gekostet hat, weil wir die meisten Zuschauer haben, haben wir hinter uns gelassen. Wir haben vor Corona Gewinne gemacht, und wir machen nach Corona wieder Gewinne.“ Der Jahresüberschuss im Konzern belief sich auf 9,55 Mio. Euro. Im Vorjahr war die Zahl noch rot (-31,89 Mio. €).

Geschäftsführer Thomas Treß stellte den Aktionären Konzernumsatzerlöse in Höhe von 418,239 Millionen Euro vor und bilanzierte: „Das ist der höchste Umsatz, den Borussia Dortmund je erzielt hat ohne Transfers – und das nach drei Jahren Pandemie!“ Der Zuwachs beispielsweise im Bereich Werbung um 16,1 Mio. Euro zeuge „von der Strahlkraft von Borussia Dortmund“. Das Ziel der Geschäftsführung lautet: die Dividendenfähigkeit für das laufende Geschäftsjahr wieder herzustellen. Und: „Borussia Dortmund hat sich aufgemacht, sein Geschäftsmodell konsequent nachhaltig zu entwickeln“, unterstrich Treß.

Mit Blick auf die Wachstumsstrategie stellte Hans-Joachim Watzke fest: „Die Bundesliga boomt, die Leute haben Spaß, weil in unserem Stadion die beste Stimmung ist, weil in der Bundesliga die meisten Tore fallen.“ Der SIGNAL IDUNA PARK war in jedem Spiel in diesem Jahr ausverkauft. Und auch im Sponsoring, das im Geschäftsjahr 2022/2023 um 16 Prozent zulegte, sieht der BVB-Chef „noch nicht das Ende der Fahnenstange“. Digitalisierung, das neue Champions-League-Format ab der kommenden Saison, aber auch im Frauenfußball erkennt Watzke weitere Wachstumschancen, nicht aber in teureren Tickets: „Dortmund liegt nicht im Speckgürtel der Republik. Wenn wir die Ticketpreise beispielsweise um 40 Prozent erhöhen würden, könnten wir nicht mehr alle Gesellschaftsschichten in den Signal Iduna Park holen. Auch im Sponsoring werden wir nicht alles mitmachen, sondern gucken uns an: Wo kommt das Unternehmen her, welche Ideologie steht dahinter? Wir müssen immer ambitioniert bleiben, aus dem Machbaren am Optimum bewegen, aber auch immer analytisch und realistisch bleiben.“

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Watzke warf auch einen Blick zurück auf das spannendste Saisonfinale der vergangenen 15 Jahre: „Wir haben dem Druck in diesem Spiel nicht standhalten. Leider. Jeder wollte, dass Borussia Dortmund die Serie des FC Bayern beendet.“ Die Dramaturgie dieses finalen Spieltags könne „einen Verein auf Jahre lähmen. Wir haben bis jetzt einigermaßen gut dagegen gearbeitet. Dass über uns seit Monaten kritischer berichtet wird, als es die Situation erfordert, führe ich auf den 27.5. zurück“.

Die Beschlussfassung über die Feststellung des Jahresabschlusses erfolgte mit 99,91% der abgegebenen Stimmen, die Entlastung der persönlich haftenden Gesellschafterin mit 99,95%. Für die Entlastung der Mitglieder des Aufsichtsrates votierten die Aktionäre mit 95,33%. Als Nachfolger von Björn Gulden wurde Matthias Bäumer (57) in den Aufsichtsrat gewählt.
Boris Rupert