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Großes Ehemaligen-Treffen der Handball-Abteilung
Die Veranstaltung war das Wiedersehen einer großen Familie, 31 Jahre nach dem ersten Aufstieg in die Bundesliga. Mehr als 60 Spielerinnen von den 1970er-Jahren bis heute hatten den Weg nach Dortmund gefunden. Später stieß auch die aktuelle Mannschaft um den Sportlichen Leiter Andreas Kuno und Trainer Henk Groener dazu. Für den erfahrenen Niederländer und ehemaligen Bundestrainer kam es zum Wiedersehen mit zahlreichen ehemaligen Nationalspielerinnen: „Dieses Treffen ist eine tolle Idee.“
„Solch ein Treffen hat wirklich gefehlt, es war einfach ein tolles Event“, zeigt sich Renate Wolf angetan. Wolf war Kreisläuferin der legendären Erfolgs-Mannschaft, die sich nach dem Aufstieg in die Bundesliga in der Saison 1992/93 gefunden hatte. Immer wieder fielen die Namen von Ex-Coach Gustl Wilke und Abteilungsleiter Heinz Reitemeyer. Beide gelten auch heute noch, 30 Jahre später, als Baumeister und Architekt der erfolgreichen Handball-Abteilung des BVB. Trainerlegende Wilke verstarb 2013 im Alter von nur 68 Jahren, Heinz Reitemeyer 2019.
Wilkes Lebensgefährtin Birgit Koslowski hielt die Erinnerungen hoch. Zum Beispiel an die Zeit vor dem ersten Aufstieg ins Oberhaus. Der für seine Hartnäckigkeit bekannte Heinz Reitemeyer war stur im Werben um den Hagener Wilke. Und der war skeptisch. „Frauen trainieren? Niemals“, hatte er zunächst gesagt. Daraus wurde ein: „Probieren wir es.“ Aus ein oder zwei Jahren wurden 13, von 1989 bis 1999 und 2008 bis 2011.
Reitemeyer und Wilke formten ein Team von internationaler Klasse, zu dem u. a. die beiden Torfrauen Eike Bram und Karin Feuerbaum sowie Franziska Heinz, Michi Erler, Silvia Schmitt, Renate Wolf, Eva-Maria Richter, Anna Brandt, Claudia Westerheide und die bereits verstorbenen Rasa Schulskyte und Corinna Kunze gehörten. 1997 war das wahrscheinlich erfolgreichste Jahr des BVB: Im Mai gelang der Einzug ins Finale um den EHF-Pokal gegen Olimpija Ljubiljana vor 8.700 Besuchern in der Westfalenhalle, kurz darauf der Sieg im DHB-Pokal in Risa gegen den TV Lützellinden.
Die Grundlage für die späteren Erfolge hatten Spielerinnen wie Bärbel Riedemann, Doris Mann, Inge Schäfer und Annette Becker in den 1970er- und 1980er-Jahren gelegt. Auch an diese Spielerinnen hatte Organisatorin Maria Pfefferkuch gedacht. Das Quartett bedankte sich mit Storys aus einer scheinbar anderen Handball-Welt. Annette Becker erzählte: „Wir haben noch auf dem Großfeld angefangen und auf dem Platz neben dem Hoeschpark unter Trainer Jupp Fröhlich trainiert.“ Torfrau Annette Becker hatte 1977 sogar noch mit der ganz jungen Renate Wolf in einer Mannschaft gespielt. Und Bärbel Riedemann erklärte, warum die Mannschaft 1979 nach dem um einen Punkt verpassten Aufstieg auseinander ging: „Wir hätten viermal die Woche trainieren müssen, aber das ging ja nicht mit unseren Kindern.“
„Einmal Borussin, immer Borussin“. Das gilt auch für die langjährige Betreuerin Sigrid Harries ebenso wie für Natasha Kocevska, Tanja Missner, Julia Wolf, Anja Kramer und Claudia Westerheide. Wilke und Reitemeyer waren schon Ende der 1980er Jahre bei ihr persönlich in Engelskirchen aufgelaufen und hatten sie überredet, zum BVB zu wechseln. „Ich wollte nur zwei Jahre bleiben. Dann habe ich noch bis 2004 in der 2. Mannschaft gespielt“, so Westerheide.
Die weiteste Anreise hatte am Freitagabend Irina Pusic, die in den 2000er-Jahren zweimal beim BVB unter Vertrag stand und jetzt in den Niederlanden wohnt. Weitaus kürzer war die Anreise für Thomas Happe, der den BVB von 2002 bis 2008 trainiert hatte und 2003 den Challenge Cup der EHF holte.