Der Frust war noch bei der Abfahrt aus der Ostslowakei greifbar, die Enttäuschung stand Spielern, Trainerteam und Begleitern nach dem unglücklichen Ausscheiden von Borussia Dortmunds U19 aus der UEFA Youth League ins Gesicht geschrieben. 1:2 hatte die Mannschaft gegen Zilina verloren.

„Das tut weh“, gestand Trainer Mike Tullberg, der bemüht war, den Blick nach vorne zu richten: „Wir werden jetzt in der Bundesliga versuchen, da weiterzumachen, wo wir aufgehört haben.“ Nämlich mit Erfolgserlebnissen. Schon am Sonntag (11 Uhr) gegen den Wuppertaler SV. Der BVB führt die Tabelle mit acht Punkten Vorsprung vor Leverkusen an – und so soll es bleiben.

Bis zum Wochenende müssen die Spieler das 1:2 gegen MSK Zilina aufgearbeitet haben. „Es ist keine Floskel, wenn wir behaupten, dass die Jungs aus den Spielen in der UEFA Youth League sehr viel lernen. Auch aus einer schmerzhaften Niederlage und einem Gefühl, dass sie nicht unbedingt wieder spüren wollen. Dafür müssen sie im Zweifel noch mehr tun und noch fokussierter sein. Das ist für sie eine extrem wertvolle Erfahrung,“ erklärte Lars Ricken, der Direktor Nachwuchsleistungszentrum, und fügte hinzu: „Wir mögen diesen für Ausbildung und Entwicklung unserer Talente so wertvollen Wettbewerb.“

Zur Spielanalyse benötigt das Trainer-Team nicht viel Zeit. Auf einen Nenner gebracht: In der Abwehr hat der BVB mitunter zu luftig verteidigt, vorne fehlten Zielstrebigkeit, Effektivität und Kaltschnäuzigkeit. Mike Tullberg bilanzierte: „Die Jungs haben unseren Plan gut umgesetzt, im Ballbesitz streckenweise tollen Fußball gespielt und sich große Chancen erarbeitet. Allein Sammy (Bamba, Anm.) und Paris (Brunner) hätten drei, vier Tore schießen müssen. Aber hinten waren wir Zilina körperlich unterlegen und sehr anfällig. Insgesamt haben wir gegen einen guten Gegner zu viele Chancen zugelassen.“

Tullberg zieht positive Youth-League-Bilanz

Die Abwesenheit der in der Gruppenphase überragenden Innenverteidigung aus Filippo Mane (verletzt) und Hendry Blank (nach Salzburg gewechselt) sei ein Handicap gewesen, räumte Lars Ricken ein: „Dass wir in der Abwehr Probleme bekommen würden, war uns klar. Mich ärgert viel mehr, dass wir vorne unsere Möglichkeiten nicht genutzt haben. Ich weiß nicht, wann wir in der Youth League mal so viele Torchancen hatten.“ 

Trotzdem zog Mike Tullberg am Ende ein positives Fazit der Youth-League-Saison: „Unter den aktuellen personellen Voraussetzungen war nicht viel mehr möglich. Wir haben insgesamt eine tolle Saison gespielt, die Jungs haben sich teuer verkauft und Borussia Dortmund wieder sehr gut repräsentiert. Unsere jungen Spieler können aus diesem Wettbewerb vieles mitnehmen, was ihnen in Zukunft helfen wird.“

Bereits in der Bundesliga-Rückrunde und dann nach Möglichkeit in den Spielen um die Deutsche Meisterschaft. Gegen den Wuppertaler SV muss Mike Tullberg noch einmal auf Cole Campbell verzichten, der den letzten Spieltag seiner Rotsperre absitzt. Die U17-Spieler Nick Cherny, Elias Benkara und Ousmane Diallo dürften den Kader komplettieren. U17-Weltmeister Almugera Kabar könnte erstmals wieder in die Stamm-Formation aufrücken.

Spätestens Sonntag sollte dann auch die Enttäuschung von Zilina vergessen sein. (wiwi)