Sportdirektor Sebastian Kehl sprach in einer Medienrunde über die USA-Tour, das gestrige Testspiel und die verletzten Julien Duranville und Nico Schlotterbeck. Wir haben die wichtigsten Aussagen zusammengefasst.

Sebastian Kehl über die USA-Tour:
„Wir sind hier sehr gut angekommen. Mit einem längeren Flug und der Zeitverschiebung ist es am ersten Tag etwas gewöhnungsbedürftig. Die Mannschaft hat sich aber schnell darauf eingelassen. Wir haben alles dafür getan, um die Mannschaft schon im Vorfeld in den Rhythmus zu bringen. Das ist eine neue Erfahrung in diesem Jahr. Wir haben den Weg Richtung Amerika ganz bewusst gewählt. Die sportlichen Dinge, die uns in dieser Phase wichtig sind, vernachlässigen wir nicht. Die Bedingungen hier sind optimal. Wir haben bewusst den längeren Zeitraum hier gewählt, um intensiv zu trainieren. Das gestrige Spiel hat gezeigt, dass wir noch an ein paar Themen arbeiten müssen. Jetzt freuen wir uns auf die beiden Spiele, die noch anstehen. Die Tour ist vollgepackt, aber mit einem klaren Fokus auf die sportlichen Themen, natürlich mit den Themen, die man begleitend noch dazu machen kann. Wir sind bis dato sehr zufrieden. Die Jungs ziehen top mit und ich glaube, sie fühlen sich auch sehr wohl.“

… die Leistung in den Testspielen:
„Natürlich haben wir das Spiel gestern intensiv verfolgt und diskutiert. Wir waren nicht mit allen Phasen des Spiels einverstanden. Wir haben sechs Tore erzielt, keins kassiert. Das ist ein großes Thema der Saison. Wir wollen Gegentore verhindern. Aber natürlich haben wir zu viele Chancen zugelassen, daher wollen wir uns verbessern. Wir werden die nächsten beiden Spiele und jede Trainingseinheit nutzen, um uns auf den Saisonstart vorzubereiten. Wir haben auch noch ein paar Tage Zeit, gleichwohl haben wir keine Zeit zu verlieren. Die Balance zu finden, ist die Herausforderung. Wir werden uns in die richtige Verfassung bringen, davon bin ich überzeugt.“ 

… die Neuzugänge: 
„Wir haben uns im Sommer sehr viele Gedanken darüber gemacht, wie wir den Wechsel von Jude Bellingham kompensieren wollen. Es war von Anfang an klar, dass wir versuchen wollen, das über zwei Profile aufzufangen. In Felix und Marcel haben wir zwei unterschiedliche Profile verpflichtet in unterschiedlichem Alter. Sie sind zwei Klassespieler, die uns weiterhelfen werden. Marcel mit seiner Art, seiner Erfahrung, seinem Spielerprofil, seiner Torgefährlichkeit, aber auch mit seiner Aggressivität, wird der Mannschaft sehr guttun. Wir waren seit längerem in Kontakt und am Ende haben sich die Dinge schnell umsetzen lassen. Schön, dass er hier dabei sein kann, auch wenn er gestern nicht spielen konnte, wie auch Felix. Aber ich gehe davon aus, dass das am Sonntag der Fall sein wird.“

… die verletzten Julien Duranville und Nico Schlotterbeck:
„Wir haben uns gestern etwas Sorgen gemacht. Dass beide ausgewechselt werden mussten, war nicht geplant. Wir werden den heutigen Tag für Untersuchungen nutzen. Bis jetzt gibt es noch keine Ergebnisse. Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist.“

… den Kapitän:
„Wir sind recht schnell auf Emre Can gekommen, der sich nicht nur mit der Vertragsverlängerung zum Klub bekannt hat, sondern im vergangenen halben Jahr seinen Stellenwert eindrücklich unter Beweis gestellt hat. Er ist ein Führungsspieler und in einem perfekten Alter. Er hat einen sehr guten Draht zu den Jungs, ist in der Kabine sehr präsent und möchte auch in dieser Rolle Verantwortung übernehmen. Er freut sich riesig und ist stolz, jetzt als Kapitän voranzugehen. 

… den Mannschaftsrat: 
„Es ist wichtig, dass wir einen Mannschaftsrat ausgesucht haben, der gut zusammenpasst. Da haben wir unterschiedliche Typen zusammen, die am Ende aber ein gemeinsames Ziel verfolgen: erfolgreich zu sein. Ich habe großes Vertrauen in diesen Rat. Mats Hummels ist darin nicht mehr präsent, aber mit ihm hatte ich im Vorfeld der Entscheidung gesprochen. Mats hat schon in verschiedenen Rollen in diesem Verein Verantwortung übernommen. Er hat mir auch mitgeteilt, dass er den Raum freimachen möchte, um die neue Generation mit reinzunehmen. Das war eine kluge Entscheidung von ihm. Trotzdem kenne ich Mats: Er will immer gewinnen, er wird immer seinen Mund aufmachen, den Finger in die Wunde legen und er braucht weder die Binde noch die Ernennung in den Mannschaftsrat, um für Borussia Dortmund alles zu tun.“

… mögliche Transfers:
„Wir machen uns noch Gedanken und beobachten den Markt. Wir sind relativ entspannt und auf Dinge vorbereitet. Es kann ja auch passieren, dass uns noch der eine oder andere Spieler verlässt, was aktuell aber nicht geplant ist. Aber falls das passiert, werden wir vielleicht noch einmal reagieren. Wenn wir uns den Kader anschauen, sind wir sicherlich nicht zu klein aufgestellt. Er bietet uns sehr viele Optionen in gewissen Bereichen unseres Spiels. Ich glaube, dass der Trainer mehrere Möglichkeiten hat, taktisch zu agieren.“
Aufgezeichnet von Christina Reinke