Borussia Dortmund hat das Verfolgerduell gegen Leipzig verloren. Am 14. Spieltag der Fußball-Bundesliga musste sich der BVB nach 75-minütiger Unterzahl mit 2:3 (1:1) geschlagen geben. Niklas Süle erzielte den zwischenzeitlichen Ausgleich, Niclas Füllkrug traf zum 2:3.

Es berichtet Boris Rupert

Vor 81.365 Zuschauern im ausverkauften SIGNAL IDUNA PARK musste der BVB ab der 15. Minute mit einem Mann weniger auskommen, Hummels sah die Rote Karte, zudem unterlief Bensebaini ein Eigentor (32.). Leipzig zog sich nach diesem Treffer zurück, in der Nachspielzeit egalisierte Süle zum 1:1. Baumgartner brachte die Gäste neun Minuten nach Wiederanpfiff erneut in Front, Poulsen schaffte in der Nachspielzeit das 1:3. Doch der BVB kämpfte auch dann noch, Füllkrug sorgte für neue Hoffnung (90.+3), aber Süle und Reyna verpassten den durchaus möglichen Ausgleich. Trotz der Niederlage gab es viel Beifall von den Rängen.

Ausgangslage:   
Vierter gegen Fünfter. Nur Bayer und Bayern hatten seltener verloren als der BVB (zwei Niederlagen), der jedoch von den vorangegangenen fünf Partien in der Liga nur eine gewinnen konnte (gegen Gladbach). Mehr Auswärtsniederlagen als in Dortmund (vier in sieben Partien) hatte Leipzig bei keinem anderen Bundesligisten hinnehmen müssen.

Personalien: 
Haller (Knieprobleme), Moukoko (Faserriss im Oberschenkel), Nmecha (Hüftverletzung), Ryerson (Innenbanddehnung im Knie), Sabitzer (Wadenblessur), Wolf (Bänderdehnung im Sprunggelenk) und Duranville (Aufbautraining) standen nicht zur Verfügung; die zuletzt erkrankten Süle und Reyna waren wieder mit dabei. Meunier, Bensebaini, Reus, Brandt und Füllkrug kamen für Wolf, Ryerson, Sabitzer, Moukoko (alle verletzt) und Adeyemi (Bank) in die Mannschaft. Zum Kader zählten die U23-Spieler Papadopoulos und Blank sowie U17-Weltmeister Brunner (unten im Bild).

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Taktik:   
Schwarzgelb kehrte zurück zur 4-2-3-1-Formation, abermals mit Brandt auf der „Zehn“ sowie Reus halbrechts, Bynoe-Gittens auf dem linken Flügel. Die Sachsen erweiterten ihrer Dreierkette in der Abwehr bei Dortmunder Ballbesitz zur Viererkette, als fünfter Mann rechts davor Henrichs. Bis zum Platzverweis agierte Leipzig abwartend, ließ den BVB bis zur Mittellinie ungestört aufbauen und stellte dann die Wege zu.

Spielverlauf & Analyse:
Bei strömendem Regen war der BVB zwölf Minuten lang tonangebend, allerdings nicht durchschlagskräftig. In dieser zwölften Minute sahen die Fans einen vielversprechenden, am Ende aber verhängnisvollen Angriff. Özcan hatte halblinks etwas Platz, trieb das Leder nach vorne, Bynoe-Gittens zog nach innen, bot sich zwischen zwei Abwehrspielern an, Özcan spielte dann auch diesen Pass, doch ein Leipziger grätschte dazwischen, leitete den Gegenangriff ein. Ein langer Ball auf Openda, der allein auf Kobel zulief, verfolgt von Hummels, der vor der Strafraumlinie zur Grätsche ansetzte, aber nicht mehr an den Ball herankam.

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Schiedsrichter Jablonski zückte Gelb und zeigte auf den Elfmeterpunkt. Dann wurde minutenlang gecheckt, zunächst eine Abseitsposition von Openda und dann die Frage: War das Foul außerhalb oder innerhalb des Strafraums. Die Entscheidung: außerhalb, Freistoß statt Elfmeter, aber Rot statt Gelb für Hummels.

Simons schoss den Freistoß aus 16 Metern in die Mauer (16.), dann folgte Leipziger Powerplay mit Top-Chancen für Simons (19., Kobel zur Ecke), Haidara (21., Kobel zur Ecke) sowie Henrichs (25., drüber). Mit Glück überstand der BVB diese Phase, konnte dann wechseln, die Viererkette komplettieren (Süle ersetzte Bynoe-Gittens) und in der Folge das Spiel auch beruhigen.

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Ausgerechnet in der Phase, in der es nicht unbedingt nach dem Leipziger 1:0 aussah, fiel dieser Treffer, ärgerlicherweise nach einer Standardsituation (Ecke Raum), unglücklicherweise durch ein Eigentor: Bensebaini köpfte den Ball ins eigene Netz (32.). Mit der Führung im Rücken zogen sich die Gäste wieder zurück, kamen nur noch zu einer sehr gefährlichen Aktion durch Openda, doch Kobel parierte, zudem ging die Abseitsfahne (sehr spät) nach oben (43.).

In der Nachspielzeit meldete sich der BVB zurück: mit den ersten Chancen, mit dem Ausgleich! Zunächst spielte Meunier mit Füllkrug einen Doppelpass und zog halbrechts im Strafraum ab, Blaswich klärte zur Ecke (45.+5). Diese wurde zwar abgewehrt, aber nochmal heiß: Özcan zwang den Leipziger Keeper per Kopf zur nächsten Parade, mit der Hand wischte er den Ball über die Latte. Auch die folgende Ecke wurde zunächst abgewehrt. Can spielte aus dem Zentrum raus nach links zu Brandt, dessen Flanke sich am langen Fünfmetereck auf den Fuß von Süle senkte, der zum 1:1 einschoss.

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Mit Leidenschaft ging Borussia auch den zweiten Durchgang an, hielt den Gegner weitgehend fern vom eigenen Tor, fing sich dann aber einen halben Konter. Im Mittelkreis wurde der Ball verloren an Baumgartner, der direkt Simons in Szene setzte. Der Leipziger kam in Bedrängnis zwar erst im zweiten Versuch zum Abschluss, aus der Drehung links am Fünfmetereck, Kobel parierte stark, aber Baumgartner war zur Stelle und traf im Nachschuss zum 1:2 (54.). In der 73. Minute hatte der Leipziger die Vorentscheidung auf dem Fuß, scheiterte aber zweimal an Kobel und schließlich am Pfosten.

In der Schlussphase nahm Terzic beide Außenverteidiger raus, brachte in Malen und Reyna zwei Offensive. Mit Dreierkette und hohem Pressing dominierte nun wieder der BVB, trotz Unterzahl. Doch Leipzig traf nach einem Drei-gegen-zwei-Konter durch Poulsen zum 1:3 (90.+1). Das war aber noch nicht das Ende. Malen und Süle schossen knapp vorbei, Füllkrug köpfte eine Brandt-Ecke ins Tor (90.+3), dann aber kratzte Blaswich einen platzierten Reyna-Schuss aus dem Eck und verhinderte das 3:3 (90.+5).

Ausblick:   
Bereits am Mittwoch sieht man sich wieder im SIGNAL IDUNA PARK. Dann geht es ab 21 Uhr gegen Paris Saint-Germain um den Gruppensieg in der UEFA Champions League. In der Bundesliga folgen bis Weihnachten noch zwei Spiele: Am kommenden Samstag in Augsburg, am Dienstag darauf zuhause gegen Mainz.

Teams & Tore

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Fußball-Bundesliga, 14. Spieltag
BORUSSIA DORTMUND – RASENBALLSPORT LEIPZIG  2:3 (1:1)

Bor. Dortmund: Kobel – Meunier (82. Reyna), Hummels, Schlotterbeck, Bensebaini (82. Malen) – Can, Özcan – Reus (71. Adeyemi), Brandt, Bynoe-Gittens (19. Süle) – Füllkrug
Leipzig: Blaswich – Simakan, Klostermann, Lukeba – Henrichs, Haidara (81. Kampl), Schlager, Raum – Baumgartner (75. Forsberg), Xavi Simons (75. Sesko) – Openda (75. Poulsen)
Bank: Meyer, Morey, Brunner, Blank, Papadopoulos – Gulacsi, Bitshiabu, Lenz, Carvalho, Seiwald 
Tore: 0:1 Bensebaini (32., Eigentor, Ecke Raum), 1:1 Süle (45.+6, Brandt), 1:2 Baumgartner (54., Simons), 1:3 Poulsen (90.+1, Forsberg), 2:3 Füllkrug (90.+3, Ecke Brandt)
Eckstöße: 6:6 (Halbzeit 2:67), Chancenverhältnis: 6:10 (3:6)
Schiedsrichter: Jablonski (Bremen), Rote Karte: Hummels (15., Notbremse), Gelbe Karten: Özcan – Simakan, Simons, Openda
Zuschauer: 81.365 (ausverkauft), Wetter: regnerisch, 7 Grad