Borussia Dortmunds U23 musste sich beim abstiegsbedrohten MSV Duisburg mit 1:2 geschlagen geben. Von Beginn an stellten die Zebras Schwarzgelb vor große Probleme. Weil der MSV aber zu viele Chancen liegen gelassen hatte, wurde es nochmal spannend. In der Nachspielzeit verhinderte die Latte den Ausgleich für den BVB.

Ausgangslage: Der BVB war mit jeder Menge Selbstvertrauen nach Duisburg gereist. Die U23 verlor nur eines der letzten elf Drittliga-Partien. Vor allem auswärts ist der schwarzgelbe Nachwuchs in dieser Saison kaum zu schlagen. Seit dem Spiel in Aue im November 2023 war der BVB auswärts nicht mehr als Verlierer vom Platz gegangen, zuletzt gab es in der Fremde sogar drei Siege in Folge. Die Duisburger hatten ihrerseits nur vier der bisher 14 Heimspiele gewinnen können.

Personalien: BVB-Trainer Jan Zimmermann musste beim MSV Duisburg gleich auf neun Spieler verzichten, darunter der zuletzt überragende Ole Pohlmann. Für den Top-Scorer (neun Tore, neun Assists) begann Falko Michel. Im Vergleich zum spektakulären 4:3-Auswärtssieg in Unterhaching veränderte Zimmermann seine Startelf insgesamt auf drei Positionen. Im Tor stand wieder der gebürtige Duisburger Marcel Lotka, der am Samstag noch beim 2:0-Erfolg der Profis bei Union Berlin auf der Bank saß. Ebenfalls von Beginn an dabei: Antonis Aidonis.

Spielverlauf: Vor 13.114 Zuschauern (darunter 340 BVB-Fans), die für eine tolle Kulisse sorgten, legten die Duisburger mit Hochdruck los. Bereits nach wenigen Sekunden wurde es das erste Mal brenzlig für die Schwarzgelben. Auf der linken Seite tankte sich der auffällige Niklas Kölle durch, doch der Mittelfeldspieler versuchte im Strafraum dann quer zu legen, statt selbst abzuschließen.

Diese Szene überstand der BVB noch unbeschadet, die nächste gefährliche allerdings nicht: Ein Zuspiel in den Rückraum von Thomas Pledl legte Alexander Esswein auf den ehemaligen Dortmunder Daniel Ginczek ab. Aus wenigen Metern schoss der Stürmer Dortmunds Lion Semic an, von dem der Ball an den linken Pfosten prallte. Esswein reagierte blitzschnell und knallte den Abpraller zur 1:0-Führung für die Hausherren unter die Latte (12.). Mit der Führung im Rücken machten die Zebras weiter Druck. Essweins Abschluss aus gut 20 Metern konnte Lotka locker parieren (15.). Weil die U23 den Duisburgern aber kaum etwas entgegenzusetzen hatte, klingelte es wenig später erneut: Eine Hereingabe von Ginczek in den Sechzehner drückte Pledl über zum 2:0 über die Linie (17.).

Beim BVB ging offensiv dagegen nichts. Ein abgefälschter Fernschuss von Ayman Azhil war die einzige nennenswerte Offensivaktion im ersten Durchgang (26.). Der Matchplan der Gastgeber ging dagegen weiter voll auf. Allen voran mit ihrem schnellen Umschaltspiel bereiteten sie den Dortmundern, die sich zu viele Ballverluste leisteten, große Probleme. Ein drittes Tor sprang bei den teils sehr guten Chancen trotzdem nicht heraus. Bei der besten Gelegenheit blieb Lotka im Eins-gegen-eins gegen Esswein der Sieger. Den Nachschuss setzte Pledl knapp am rechten Winkel vorbei (35.).

Trainer Jan Zimmermann wechselte zur Pause einmal. Franz Pfanne ersetzte Mateu Morey, der zwei Tage nach seinem 24. Geburtstag keinen guten Tag erwischte. Mit der Hereinnahme des Routiniers erhoffte sich Dortmunds Coach mehr Stabilität. Und tatsächlich gewann der BVB mehr Sicherheit, hatte jedoch weiterhin große Probleme, das eigene Spiel aufzuziehen. Die Zimmermann-Elf kam mit der intensiven und aggressiven Spielweise der Duisburger überhaupt nicht zurecht.

In der 53. Minute bewahrte die Latte den BVB vor dem nächsten Rückschlag. Aus 20 Metern knallte Ginczek den Ball an den Querbalken. Kurz darauf wurde der Angreifer für einen anderen ehemaligen Dortmunder ausgewechselt: Alaa Bakir. Duisburg nahm in der Folge etwas Tempo aus der Partie, blieb dennoch das gefährliche Team. Ein Schuss von Jonas Michelbrink fischte Lotka aus dem Winkel (70.).

Aus dem Nichts heraus schöpfte der BVB wieder Hoffnung. Innenverteidiger Papadopoulos köpfte einen Freistoß von Azhil zum überraschenden Anschlusstreffer ins Netz (75.). Während sich der MSV immer mehr zurückzog, versuchte der BVB alles – und wäre um ein Haar tatsächlich belohnt worden. Rodney Elongo-Yombo schloss aus 18 Metern wuchtig ab. Von der Latte prallte die Kugel an den Rücken von MSV-Torhüter Vincent Müller, aber eben nicht über die Torlinie.

Trainer Jan Zimmermann: „Glückwunsch an den MSV zu dem am Ende hart erkämpften, aber nicht unverdienten Sieg. Das war mit Sicherheit ein beherzter Auftritt von allen. Von meiner Mannschaft kann ich das leider nicht sagen. Wir haben überhaupt keine gute erste Halbzeit gespielt, haben alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Wir haben Duisburg richtig wachgeküsst und das Stadion aufgeweckt. Ich finde aber, dass wir in der zweiten Halbzeit eine gute Reaktion gezeigt haben. Auch wenn nicht alles geklappt hat. Trotzdem haben wir alles versucht, um das Spiel noch zu drehen. Wir haben zwar die eine oder andere Konterchance zugelassen, dennoch hätten wir mit ein bisschen mehr Glück noch einen Punkt holen können. Am Ende haben wir aber zu wenig aus unserem Ballbesitz gemacht.“

Michael Eberwein: „Das ist natürlich maximal unglücklich gelaufen. Wenn du hier so früh 2:0 in Rückstand gerätst, selbst überhaupt nicht im Spiel bist, dann ist es ganz schwer. In der zweiten Halbzeit haben wir nochmal alles probiert, aber das Spiel haben wir ganz klar in den ersten zwanzig Minuten verloren. Für mich ist es unverständlich, wie man in einem solchen Spiel die ersten Minuten so verpennen kann. Für die Anfangsphase gibt es keine Ausrede. Wir wussten, dass die Duisburger heute aggressiv sein werden und jeden Zweikampf annehmen werden, aber wir konnten einfach nicht dagegenhalten. Hinzu kommen die vielen Ballverluste, wir mussten immer wieder hinterherlaufen.“

Ausblick: Am kommenden Samstag (9. März) empfängt die U23 im Stadion Rote Erde Arminia Bielefeld. Anpfiff ist um 14 Uhr. Das Hinspiel endete 2:2, Elongo-Yombo traf doppelt für den BVB.

Tore: 1:0 Esswein (12.), 2:0 Pledl (17.), 2:1 Papadopoulos (75.)

U23: Lotka – Morey (45. Pfanne), Papadopoulos, Aidonis (60. Otuali), Semic (78. Tattermusch) – Roggow (87. Pudel), Azhil, Eberwein – Hettwer, Elongo-Yombo, Michel

Phillip Oldenburg