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Jahresrückblick 2008: April Endspiel verloren, Sympathien gewonnen

Borussia Dortmund verpasst mit einer imponierenden Vorstellung vor einem Millionen-Publikum an den Fernsehschirmen und vor 74.000 Besuchern, die im Olympiastadion Zeuge des 65. Deutschen Pokalendspiels werden, eine sportliche Sensation - die Fans bestätigen ihren Ruf als großartige schwarzgelbe Botschafter einmal mehr: 50.000 BVB-Anhänger verbreiten in Berlin ein großartiges Flair, 30.000 von ihnen behalten im Olympiastadion akustisch deutlich die Oberhand.

Sie sind zwischen der 30. und der 103. Spielminute das bessere Team. Am Ende aber fließen Tränen. Heulend flüchtet Tinga direkt nach dem Schlusspfiff in die

Kabine - und muss von den Mitspielern zur Siegerehrung auf den Platz zurück gezerrt werden. Borussia Dortmund hat im Pokal-Endspiel gegen Bayern München (1:2 n.V.) keinen Titel gewonnen, dafür aber viele Sympathien in ganz Deutschland.
Glück und Pech liegen so dicht beieinander in diesem spannenden 65. Endspiel um den DFB-Vereinspokal. 30 Minuten lang sind die Bayern besser, keine Frage. Dann aber fightet sich der BVB ins Spiel, vergibt eine Riesenchance durch den bärenstarken Kringe (41.), kurz darauf rettet Lucio gegen Tinga. Immer wieder Kringe, der an Kahn scheitert (66.) und das Außennetz trifft (68.). Als Klimowicz frei vor dem Tor Kringes Hereingabe verpasst, scheint die Messe gelesen (87.), doch in der Nachspielzeit drückt Petric Wörns´ Kopfballvorlage über die Linie. Es ist der Lohn für eine starke Leistung. "Nach dem Ausgleich hatten wir die Bayern im Sack", so Petric. Nach diesem 1:1 denkt Marc Ziegler: "Wir lassen uns das Ding nicht mehr nehmen."
Über Triumph und Trauer entscheiden zwei Szenen, die dicht aufeinander folgen. In der 100. Minute zieht Kringe aus 18 Metern ab, doch Kahn pariert. "Sensationell", nennt Ottmar Hitzfeld die Aktion seines Torwarts: "Da hätten wir in

Rückstand geraten können." Bayern kontert. "In dieser Phase ist München einmal gefährlich vor unser Tor gekommen: Ein Klasse-Stürmer wie Luca Toni ist in dem Moment da und hält den Fuß hin", hadert Thomas Doll. "Der Schuss von Podolski wäre ins Aus gegangen", ärgert sich Petric, "doch er springt Toni an die Hacken und geht rein. Bitter für uns."
Borussia Dortmund hat das Finale verloren, unglücklich mit 1:2 nach 120 packenden Minuten. "Das war ein super Abend für den BVB. Wir waren knapp dran an einer Sensation", so Petric. "Unsere Fans aber sind Pokalsieger", behauptet Ziegler: "Wie sie uns unterstützt haben - phantastisch!"
Und das, obwohl die Zweifel im Vorfeld groß sind. "Positiv formuliert" lässt die Mannschaft im Vorfeld jedenfalls keine Chance aus, sich in die Rolle des krassen Außenseiters zu manövrieren. 0:5 in München und 1:3 gegen Hannover lauten die Resultate in den Bundesliga-Spielen unmittelbar vor dem Pokal-Finale. Dass es auch anders geht, zeigt aber auch das Spiel gegen Leverkusen. Bayer 04 sieht bis zur 87. Minute wie der sichere Sieger aus, doch dann reißen Alex Frei (87.) und Dede in der Nachspielzeit mit ihren Toren das Match noch aus dem Feuer und sorgen für den spätesten "Dreher" in der Vereinsgeschichte.
Boris Rupert

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