Sie feierten den 2:1-Derbysieg ausgelassen, hüpften und tanzten auf dem tiefen Rasen: Borussias U19 hat nach dem Triumph im Topspiel der A-Junioren-Bundesliga West auf Schalke mit einem komfortablen 12-Punkte-Vorsprung den Titel-Hattrick vor Augen. Sonntag, im Duell mit Arminia Bielefeld (11 Uhr), will das Team von Mike Tullberg den nächsten Schritt auf dem Weg zur Westdeutschen Meisterschaft zurücklegen.

„Ich habe hier vor vier Jahren angefangen. Die erste Saison wurde, als wir auf dem ersten Platz standen, wegen Corona abgebrochen. Jetzt können wir zum dritten Mal in Folge Westdeutscher Meister werden. Ich glaube, das ist bei Borussia Dortmund noch nie passiert“, so der glückliche wie stolze Mike Tullberg.

Um den Stellenwert des Erfolgs am Mittwochabend im umgebauten Parkstadion noch besser einzuordnen, blickte er in die jüngste Vergangenheit: „Mit der U17 haben wir das Derby zuletzt zweimal nicht gewonnen. Und Schalke ist in den letzten beiden Jahren mit der U17, die fast identisch ist mit der aktuellen U19, Deutscher und Westdeutscher Meister geworden.“ Tatsächlich standen in Borussias Anfangsformation in Robin Lisewski, Almugera Kabar, Nico Adamczyk, Kjell Wätjen, Paris Brunner, Tyler Meiser und Cole Campbell sieben Spieler, die sich in der vergangenen Saison im Heimspiel mit einem 1:1 begnügen mussten. In der Abschlusstabelle landete der BVB auf Rang fünf. In der Spielzeit 2021/22 verlor die Mannschaft – damals auch noch mit Rafael Lubach und Vincenzo Onofrietti – in Schalke mit 0:2.

Umso höher bewertet Tullberg den Erfolg im Nachholspiel der Hinrunde und die neue Derby-Mentalität seiner Jungs: „Das waren eigentlich nicht unsere Bedingungen, und körperlich war uns Schalke schon ein Stück voraus. Aber die Spieler haben sich in jeden Zweikampf geworfen und alles aus sich herausgeholt.“ Selbst Schalkes Trainer Norbert Elgert kam nicht umhin, den Schwarzgelben eine Ausnahmestellung zu bescheinigen: „Was Effektivität betrifft, spielen sie im Moment in einer Liga für sich. Das ist definitiv so.“ 

U17-Weltmeister Kabar nähert sich Top-Form

Neun Spieltage vor dem Saisonfinale thront der BVB einsam an der Tabellenspitze. „16 Siege in 17 Spielen – das sagt alles aus“, strahlt Mike Tullberg. Dazu kommt noch eine überdurchschnittliche Tordifferenz (53:10). Dennoch wird Tullberg auch die kommenden Aufgaben mit größer Ernsthaftigkeit angehen: „Es besteht kein Grund, nachlässig zu werden.“ 

In den nächsten Wochen muss der BVB neben Filippo Mane und Charles Herrmann auch auf den verletzten Innenverteidiger Leonardo Posadas verzichten. Deshalb freut sich Tullberg, dass sich Almugera Kabar nach langer Zwangspause und behutsamer Aufbauarbeit allmählich seiner Top-Form nähert. Nach den letzten Kurzeinsätzen bearbeitete der U17-Weltmeister in Gelsenkirchen bereits über eine Stunde effizient die linke Abwehrseite. Gegen Bielefeld folgt, sofern es die Belastungssteuerung zulässt, der nächste Härtetest.

Nach einem Zwischenhoch im November/Dezember, als die Arminia den FC Schalke 04 mit 1:0 besiegte, ist der amtierende Deutsche B-Juniorenmeister auf den zehnten Platz abgerutscht. Dennoch warnt Mike Tullberg vor diesem Gegner: „Die Spiele in Köln und Schalke haben viel Kraft gekostet. Es ist wieder eine Willensleistung gefragt.“ (wiwi)